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16. Tag Donnerstag, 02.10.2008 Nachdem wir es wieder gemütlich angehen lassen und die Sonne genießen, starten wir gegen 11.30 Uhr zur Fahrt in die Sila. Schon nach 500 m stoppen wir wieder, weil das Meer so einladend aussieht und wir nicht wiederstehen können, noch einmal kurz hineinzuspringen. Im nachhinein die richtige Entscheidung, denn es wird für diesen Urlaub das letzte Bad im Meer gewesen sein. Auf dem Weg in die Berge, zum Nationalpark Sila, nutzen wir die – kostenfreie – Autobahn. Leider ist diese Strecke voller Baustellen, die zwar nicht wie bei uns üblich zu Staus führen, aber trotzdem die In Cosenza füllen wir in einem Carrefour mal wieder unseren leeren Kühlschrank auf, bevor wir über die gut ausgebaute Strecke in die Sila hinaufkurven. In der Nähe von Camigliatello besichtigen wir gegen eine Gebühr von 1 € pro Person die „Giganten der Sila“, Bäume die bis zu ca. 40 m hoch gewachsen sind. Ein schöner Spaziergang nach der doch langen Fahrt. Eigentlich wollten wir in Camigliatello auf dem Stellplatz übernachten und im Hotel-Restaurant „Edelweiß“ essen gehen. Da sich der Stellplatz jedoch als schäbiger Parkplatz am Rande des Ortes herausstellt, und im Hotel bzw. im ganzen Ort nicht viel los ist, beschließen wir, zum Lago di Cecita zu fahren, um dort am Ende frei zu stehen und uns selber zu versorgen. Wie gut, dass wir reichlich eingekauft hatten. Der Platz am See ist sehr schön – nur die drei wilden Hunde, die unser Wohnmobil nicht mehr aus den Augen lassen, stören uns und sorgen dafür, dass wir unser sicheres Domizil nicht mehr verlassen.
17. Tag, Freitag, 03.10.2008
Diese sind dann auch daran schuld, dass wir uns nicht nach durchaus vorhandenen Wandermöglichkeiten umschauen, sondern weiter fahren. Wir haben einfach keine Lust darauf, diese Viecher ständig um uns herumhängen zu haben. Auch wenn die Gefahr, gebissen zu werden, wohl eher gering ist, wollen wir es lieber nicht darauf ankommen lassen. Und auf ein Paar Flöhe können wir erst recht gut verzichten. Auf landschaftlich schöner und sehr kurvenreicher Strecke erreichen wir nach einer guten Stunde wieder die Autobahn. Wir sind uns einig, dass wir uns den Abstecher in die Sila auch hätten sparen können. Die Autobahn ist eine ziemliche Katastrophe. Sie besteht fast nur aus Brücken und Tunneln und ist sicher eine straßenbautechnische Meisterleistung. Leider folgt Baustelle auf Baustelle, und oft geht es kilometerlang mit stark gebremsten Tempo nur einspurig voran.
Elke meint, dass ich mir heute mein Ankunftsbier redlich verdient habe. Da kann und will ich nicht widersprechen. Erleichtert registrieren wir die Zufahrt zum Campingplatz Nube d’Argento und ich biege rechts ab. Was ist das denn? Eine 180°-Kurve! Wie soll ich denn da rum kommen? Hätte ich mir das Schild an der Einfahrt doch mal genauer angeschaut. Dort steht nämlich das man 300 m weiter fahren und wenden soll, um die Zufahrt dann bequem von der anderen Seite anzusteuern.
Der einzige Vorteil des Campingplatzes ist seine Lage, denn in wenigen Minuten sind wir zu Fuß im Ort. Hier tobt das Leben und wir stellen fest, dass wir in einer Hochburg des englischen Pauschaltourismus gelandet sind. Wie schön! English breakfast, English beer und English soccer an jeder Ecke. Zumindest gibt es hier keine Verständigungsprobleme mehr für uns. Wir entdecken sogar einige ganz nette Gassen, durch die es sich bummeln lässt. Nur italienisches Flair will sich irgendwie nicht einstellen, denn alle Läden und Restaurants haben sich voll und ganz dem Tourismus verschrieben. Die Pauschalreisenden von der britischen Insel mögen sich hier wohlfühlen, wir haben jedoch schon Schöneres erlebt. Vor einem der zahlreichen Restaurants ergattern wir noch einen Tisch im Freien, denn mittlerweile regnet es nicht mehr und es ist auch noch angenehm warm. Anfangs stimmt der Service noch und das Essen ist auch gut. Das Preisniveau ist allerdings deutlich höher als in Kalabrien. Später bleiben wir dann fast eine halbe Stunde vor unseren leeren Tellern sitzen, ohne dass wir gefragt werden, ob wir noch irgendwelche Wünsche haben. Die hatten wir zwar, aber als sich dann doch endlich mal jemand bequemt, sind die uns vergangen. The cheque please, aber pronto! Wir haben fertig.
18. Tag, Samstag, 04.10.2008
Weiter fahren wollen wir heute allerdings auch nicht, denn nach der anstrengenden Fahrerei von gestern, möchten wir uns unbedingt eine Pause gönnen. Wir beschließen daher, in Sorrento zu bleiben, nehmen aber einen Ortswechsel vor. Denn der nur wenig entfernt liegende Campingplatz „Santa Fortunata“ ist wesentlich schöner, wie ich beim morgendlichen Erkundungsjoggen festgestellt habe. So bringen wir mit nicht einmal 2 km die kürzeste Tagesetappe unserer gesamtem Womo-Karriere hinter uns. Der Wechsel hat sich aber auch wirklich gelohnt. Stellplätze mit reichlich Platz, wesentlich bessere Sanitäreinrichtungen und schöne Ausblicke auf Sorrento und Neapel einschließlich Vesuv. Außerdem noch ein fast freier Blick zum Himmel, so dass dann für mich auch die Sportschau heute gesichert ist.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz hört es zum Glück auf zu regnen und sogar die Sonne lässt sich wieder blicken. Kurzer Stopp am Womo, stadtfein gemacht, und dann laufen wir nach Sorrento. Einziger Nachteil dieses Campingplatzes ist es, dass er weiter vom Ort entfernt liegt und man den ersten Kilometer auf der Straße laufen muss. Da heißt es aufpassen, dass man nicht unter die Räder kommt. Wir gehen eine Pizza essen, und auch dieser Restaurantbesuch in Sorrento hinterlässt nicht gerade eine positive Erinnerung. Schlampiger Service und eine halbverbrannte Pizza bringen uns endgültig zu der Erkenntnis, dass man in Sorrento besser nicht essen geht. Das Abendessen findet daher folgerichtig im Womo statt und daran gibt es dann überhaupt nichts auszusetzen. Hier stimmen Qualität, Service und das Preis-Leistungsverhältnis!
19. Tag, Sonntag, 05.10.2008
Wir nutzen noch ein wenig das schöne Wetter auf dem Campingplatz, schießen ein paar Fotos vom Vesuv, der sich uns heute bei klarer Sicht bestens präsentiert und brechen am späten Vormittag auf. Der Verkehr ist zwar am heutigen Sonntag deutlich reduziert, aber nicht weniger chaotisch. Im Großraum Neapel verfransen wir uns zu allem Überfluss auch noch gewaltig, weil ich unser Navi falsch programmiert hatte. Das will uns immer wieder Richtung Sorrento zurückschicken, weil ich versehentlich noch ein dort in der Nähe liegendes Zwischenziel in unserer Route drin hatte. Am Ende verlieren wir eine gute Stunde, bis wir endlich den Fehler bemerken und sind ziemlich genervt. Unsere Laune bessert sich erst wieder, als wir Stunden später kurz vor unserem heutigen Ziele - dem Lago di Bolsena - von einem Parkplatz einen wunderschönen Blick auf den Ort Ovieto genießen. Erst gegen 17:30 Uhr kommen wir in Bolsena an, wo wir den sehr schönen Stellplatz „Guadetto“ direkt am Lago di Bolsena ansteuern. Um auf den Platz zu gelangen, müssen wir ein Tor aufschieben. Recht ungewöhnlich! Der Platz ist schön im Grünen gelegen, verfügt über reichlich Stromanschlüsse, und zum See sind es nur ein paar Schritte zu Fuß. Perfekt. Schnell schnappen wir uns zwei Dosen Bier, setzen uns am See auf eine Bank und genießen den Sonnenuntergang. Mit den Rädern fahren wir später in den Ort, um uns auf Nahrungssuche zu begeben. Wir landen ohne große Erwartungen in der eher unscheinbaren „Trattoria del Corso“ und werden sehr angenehm überrascht. Sehr leckeres Essen zu äußerst fairen Preisen und ein freundlicher Service. Wir lassen uns mehrere Gänge munden und nehmen als Hauptspeise natürlich Fisch aus dem Lago di Bolsena. Dieses Lokal ist wirklich eine Empfehlung wert.
Nach dem Frühstück radeln wir nach Bolsena, bummeln durch die schönen Gassen und kaufen ein wenig ein. Natürlich auch ein paar Flaschen des Weißweines, der hier angebaut wird, und den ungewöhnlichen Namen „Est! Est!! Est!!!“ trägt. Vor dem Mittagessen wagen wir es und nehmen ein Bad im Lago di Bolsena. Bei ca. 22°C Außentemperatur und einer Wassertemperatur, die deutlich darunter liegt, jedoch nur ein kurzes „Vergnügen“. Es ist schon 14:30 Uhr, als wir uns schließlich von dem schönen Stellplatz verabschieden und unsere Reise fortsetzen. Inzwischen hat es sich auch bewölkt, so dass der Abschied leichter fällt. Nach 20 km habe Auf einer kurvigen Alternative zur Autobahn führt uns unser weiterer Weg nach Umbrien an den Lago di Trasimeno, wo wir das malerische Castiglione del Lago, das wir schon von einer früheren Reise kennen, besuchen möchten. Unterhalb der von einer dicken Festungsmauer umgebenen Stadt gibt es einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz in unmittelbarer Nähe des Sees. Nichts tolles und ohne V+E, aber für einen Nacht o.k. Gut 15 Minuten benötigen wir für den Aufstieg nach Castiglione und entscheiden uns zum Essen für das Restaurant „La Cantina“, das im Gegensatz zu den meisten anderen recht gut besucht ist und u.a. auch umbrische Spezialitäten anbietet. Nach der leckeren Antipasti-Platte für Zwei sind wir eigentlich schon satt. Die beiden mächtigen Pasta-Gerichte, die wir uns ebenfalls noch bestellt hatten, schaffen wir dann leider nur noch zur Hälfte. An Hauptgang und Nachtisch ist gar nicht mehr zu denken. Gut, dass wir noch einen Verdauungsspaziergang vor uns haben.
Wir fahren etwas näher an den Ort heran, parken unser Womo und begeben uns auf Einkaufsbummel in Castiglione. Hier gibt es viele einladende kleine Lebensmittelgeschäfte, die die Spezialitäten der Region anbieten. In einem dieser Läden bleiben wir schließlich hängen und probieren uns durch das verlockende Angebot. Schwer beladen mit Wildschweinsalami- und Schinken, Pecorino, Wein und noch einigem mehr geht es zurück zum Womo. Weiter geht es vom Lago di Trasimeno in Umbrien ins nahe gelegenen Montepulciano in der Toskana. Auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz – ein großer Parkplatz mit herrlicher Aussicht – möchte ein Parkscheinautomat 6 Euro für 8 Stunden P Wir essen eine Pizza in Montepulciano und suchen zwei der zahlreichen Enotecas (=Weinhandlungen) auf, in denen der für diese Gegend bekannte „Vino Nobile“ verkauft wird. Wir probieren uns durch das Angebot, hart an der Grenze zur Fahrtüchtigkeit, denn auch zum Mittagessen gab es schon ein Viertel dieses leckeren Tröpfchens. Zum zweiten Mal an diesem teuren Tag kehren wir schwer beladen zu unserem Womo zurück, diesmal mit Wein und Grappa. Mittlerweile ist es fast 16:00 Uhr geworden, und wir wollen noch ein gutes Stück Richtung Norden hinter uns bringen. Schnell sind wir auf der Autobahn, die wir drei Stunden später bei Carpi wieder verlassen. Dieser Ort bietet sich prima zum Übernachten an, da er nur drei Kilometer von der Autobahn entfernt einen kostenlosen Stellplatz am Schwimmbad inklusive V+E anbietet. Nicht ganz ruhig die Lage, aber für eine Zwischenübernachtung wirklich ideal.
Wir fahren erst eine Stunde, dann frühstücken wir und erreichen mittags Brixen in Südtirol. Wohl nicht zu Unrecht wird Brixen von den meisten Reiseführern als schönste Stadt Südtirols bezeichnet. Bei einem Bummel – angereichert mit Eis und Cappuccino – überzeugen wir uns bei strahlendem Sonnenschein von dieser Behauptung. Über den Brenner gelangen wir schnell nach Österreich und verlassen die Autobahn bei Innsbruck. In der Nähe von Natters, nur wenige Kilometer von Innsbruck entfernt, checken wir auf dem Campingplatz am Natterer See ein, den der ADAC völlig zu Recht als „Top-Platz“ klassifiziert. Herrliche Lage in der Tiroler Bergwelt, direkt am Badesee und ganz neue Sanitäranlagen der Extraklasse.
23. Tag, Donnerstag 09.10.2008 Ei Leider ist der Weg nicht so sonnig, wie wir gehofft hatten. In Axams möchten wir gerne zünftig und sonnig zu Mittag essen. Leider bieten die beiden Lokale im Stadtzentrum nicht das Richtige für uns. So beschließen wir kurzerhand, uns mit dem Taxi (das zufällig dort steht) zum Natterer Boden bringen zu lassen. Das Lokal hat eine so schöne und sonnige Lage, zudem eine umfangreiche und interessante Karte, dass es sich lohnt, dort ein zweites Mal einzukehren. Ist zwar normalerweise nicht unsere Art, nüchtern Taxi zu fahren, aber mit dem Busverkehr ist das zwischen den kleinen Orten so eine Sache. Auf jeden Fall bereuen wir unsere Entscheidung nicht und genießen leckeres Essen und eine sehr sonnige Stunde von dem Nattererboden, Für den Rückweg zum Campingplatz benötigen wir keine Stunde. Dort angekommen, verbringen wir den Rest des sehr sonnigen Nachmittages mit unseren Büchern.
24. Tag, Freitag 10.10.2008 Schweren Herzens verlassen wir den angenehmen Campingplatz am Natterer See. Hier hätten wir es sicherlich noch einige Tage ausgehalten, aber leider hat uns am Montag das Arbeitsleben wieder, und gute 800 km müssen wir noch bis in die Heimat zurücklegen.
Dann geht es über Landstraßen und nicht ganz staufrei weiter nach Garmisch-Partenkirchen. Hier steuern wir den Parkplatz der Talstation der Wankbahn an. Hier befindet sich auch der große Wohnmobilstellplatz von Garmisch-Partenkirchen. Wir schnüren die Wanderstiefel und folgen dem Wanderweg den Wank hinauf. Bis zur Mittelstation schaffen wir es, dann müssen wir uns Gedanken über den Rückweg machen. Eigentlich wollten wir den mit der Seilbahn bestreiten, aber 12 € pro Person für die einfache Fahrt (die ja auch nur eine halbe ist), sind uns entschieden zu teuer. Da laufen wir lieber den gleichen Weg wieder zurück. Da wir noch ein wenig Strecke machen wollen, übernachten wir nicht auf dem Stellplatz in Garmisch, sondern fahren noch weiter bis nach Schongau. Hier gibt es einen kostenlosen, aber nicht gerade schönen Wohnmobilstellplatz. Egal, es ist eh schon dunkel und wir wollen hier ja nur noch schlafen. Enttäuschend ist das gastronomische Angebot. Unser Hunger nach bayerischen Spezialitäten wird hier leider nicht gestillt, und wir müssen mit einem Griechen vorlieb nehmen (war aber nicht schlecht).
25. Tag, Samstag 11.10.2008 Wie üblich auf der Rückreise aus dem Süden legen wir einen Übernachtungsstopp in Herzogenaurach ein, um die liebe Verwandschaft zu besuchen.
26. Tag, Sonntag 12.10.2008 Nach fast 4800 km erreichen wir wieder wohlbehalten die Heimat.
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