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14. Tag: Halls Gap – Hahndorf Nachdem wir auf unserem Zimmer gefrühstückt haben, machen wir uns um 09:30 Uhr über den “Dukes Highway” auf den langen, 500 km weiten, Weg in die Adelaide Hills. Zum Glück ist es die meiste Zeit bedeckt, was das Fahren doch etwas angenehmer macht. Mit zwei kleinen Pausen brauchen wir gut 6 Stunden bis Hahndorf. Mittlerweile scheint dann doch wieder die Sonne, und die Temperaturen bewegen sich erneut um die 40° C. Wir steigen im ”Hahndorf Inn Motor Lodge” (Best Western, A$ 71,10) mitten im Ort ab. Mit unserem Zimmer sind wir einmal mehr zufrieden. Weniger angetan sind wir hingegen von dem Ort Hahndorf, der seine deutsche Vergangenheit gnadenlos vermarktet und entsprechend touristisch / kitschig wirkt. Es ist relativ wenig los, und der Ort macht auf uns eher einen etwas trostlosen Eindruck. Wer an Hahndorf vorbeifährt verpaßt wirklich nicht viel. Die Zeit bis zum Abendessen vertreiben wir uns am überdachten Motelpool. Zum Essen gehen wir dann in das direkt vor dem Motel liegende Restaurant. Hier ist erstaunlich viel Betrieb. Nach der feineren Küche der vergangenen Tage haben wir mal wieder Lust auf etwas deftiges. Der ”Deutsche Grillteller” (Speisekarte in Englisch und Deutsch) mit Kassler, Bratwürsten, Schinken, Sauerkraut und Kartoffelsalat zu moderaten A$ 12,90 ist da genau richtig.
15. Tag: Hahndorf – Wilpena Pound Beim Auschecken erzähle ich, dass wir heute nach Wilpena Pound fahren. Man sagt mir, dass wir dafür 6 Stunden brauchen werden. Es steht also wieder eine lange Autofahrt an. Wir brechen gegen 8:00 Uhr auf und fahren zunächst bis Adelaide. In einem großen Supermarkt decken wir uns mit reichlich Wasser für die nächsten Tage und etwas Essbarem für mittags ein. Dummerweise haben wir etwas die Orienterung verloren und wissen nicht mehr, wo wir sind. An einer Tankstelle lasse ich mir den Weg raus aus Adelaide Richtung Port Augusta erklären. Die ersten 100 km auf der A1 sind autobahnähnlich ausgebaut und zweispurig in
jeder Richtung zu befahren. Hier geht es flott voran, sieht man einmal von der Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h ab. Später werden aus den vier Spuren dann zwei, aber gleichzeitig wird auch der Verkehr immer dünner. Kurz vor Port Augusta verlassen wir dann die A1 und wechseln auf den Highway 47. In dem verschlafenen Ort Quorn, der an eine Westernstadt erinnert, machen wir Mittagspause. Hier ist wirklich der Hund begraben. Umso überraschter sind wir, als wir in den einzigen Pub am Ort gehen, um uns ein Sixpack Bier zu kaufen. Der Laden ist gerammelt voll. Offensichtlich hat sich die halbe Einwohnerschaft hier am Samstag Mittag zum kollektiven Besäufnis versammelt. Irgendwie verständlich, denn mehr Abwechselung scheint dieses trostlose Kaff nicht zu bieten. Von hier sind es noch etwa 120 km bis Wilpena Pound. Die Straße gehört uns
quasi alleine, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich hier jemand die Mühe macht, Geschwindigkeits-kontrollen durchzuführen. Ich
gönne mir also den Rausch von bis zu 150 km/h und hoffe, dass mir kein Känguru vor’s Auto hüpft. Angesichts der grenzenlosen Einsamkeit und der Tatsache, dass uns keine anderen Autos begegnen, wächst mit jedem Kilometer unsere Skepsis. War es wirklich richtig, den weiten Abstecher hier raus zu machen? Gegen 14:00 Uhr erreichen wir das Wilpena Pound Resort im Flinders Ranges Nationalpark. Viel los ist hier tatsächlich nicht, aber ganz alleine sind wir glücklicherweise auch nicht. Über das Internet haben wir von zu hause aus ein ”2 Day-Package” zum Preis von A$ 215 pro Person gebucht. Hierin enthalten sind zwei Übernachtungen mit Frühstück, ein Scenic Flight und eine ganztägige 4 Wheel Drive Tour. Sehr angenehm überrascht sind wir von unserem komfortablen und
modernen Zimmer. Wir machen einen kleinen Erkundungsgang zum 200 m entfernten Visitor Centre des Flinders Mit dem Auto fahren wir gegen 18:00 Uhr zum 2 km entfernten Zurück im Ressort unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang auf einem der Wanderwege, die hier ihren Anfang nehmen. Wir sehen viele Kängeruhs ein paar Papageien und einige schöne Schmetterlinge. Bei unserer Rückkehr werden wir zu Spannern, als wir ganz in der Nähe unseres Zimmers zwei Kängeruhs beim rammeln beobachten. Die beiden lassen sich soviel Zeit dabei, dass ich Gelegenheit habe unsere Videokamera zu holen und den ”Kängeruh-Report” zu drehen. Mit Einbruch der Dunkelheit legt sich eine total friedliche Stimmung über die Anlage. Vor dem Swimmingpool ist ein Stückchen Wiese, wo sich jetzt ca. 30 Kängeruhs versammelt haben, die hier in Ruhe grasen. Wir lassen uns von dieser idyllischen Atmosphäre fernab jeglicher Hektik gefangen nehmen und freuen uns, dass wir hier sind. Da können wir auch verschmerzen, dass das Abendessen im Restaurant eher Durchschnitt ist und wir von einer überaus nervösen jungen Dame bedient werden, die für diesen Job völlig überfordert erscheint.
16. Tag: Wilpena Pound
Gegen 16:00 Uhr sind wir zurück am Wilpena Pound Resort. Gemeinsam sind wir uns einig, dass wir einen sehr interessanten Tag verlebt haben und sich die Tour auf jeden Fall gelohnt hat. Wir tauschen unsere E-Mail-Adressen aus und nehmen uns vor, nach dem Urlaub auf diesem Wege Kontakt aufzunehmen (was mittlerweile auch geschehen ist). Elke und ich verbringen den Rest des Nachmittages am Pool. Neben dem Restaurant haben sich 4 Emus zum friedlichen Grasen eingefunden, und wir nutzen die Gelegenheit, uns diese lustigen Laufvögel in Ruhe aus der Nähe zu betrachten. Um 18:30 Uhr fahren wir zum Flughafen und holen unseren gestern abgebrochenen Flug nach. Heute sind die Sichtverhältnisse wesentlich besser. Aus der Luft bekommt man einen guten Eindruck von der Größe des Wilpena Pound, einem langgezogenen Talkessel. Der Flug dauert ca. 30 Minuten, ist aber nicht sehr spektakulär. Wir hätten ihn auch nicht unternommen, wenn er nicht im Package enthalten gewesen wäre. Durch den günstigen Package-Preis aber haben wir den Flug praktisch gratis bekommen. Zurück am Ressort treffen wir Peter und Erna wieder. Da wir unsere Videokamera dabei haben, nutzen wir die Gelegenheit und schauen uns gemeinsam auf dem ausklappbaren Monitor die Aufnahmen unserer gemeinsamen Tour von heute an. Abends verzichten Elke und ich auf einen weiteren Restaurantbesuch und begnügen uns mit ein paar Nachos und einem Salat von der Menue-Karte an der Bar, runtergespült mit ein paar Bierchen vom Faß.
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