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bulletReisebericht Australien Ostküste - Tag 18 - Freitag, 11. November 2016

 

Fraser Island - Noosaville
Walfischskelettgef. km: 195 km / gesamt: 2577 km
Wetter: anfangs bedeckt, später sonnig, max. 32°C

Ohne Wecker werden wir gegen 5:00 Uhr wach. Da es sehr bewölkt ist, verzichten wir auf den Sonnenaufgang am nahen Strand. Frühstück gibt es ab 6:30 Uhr. Leider recht mittelmäßig, was da zum Start in den Tag geboten wird.

Um 7:45 Uhr starten wir in den zweiten Teil unserer Fraser Island Tour. In flotter Fahrt geht es etwa eine halbe Stunde am Strand entlang Richtung Norden, bis wir an einer Stelle halten, wo ein Süßwasser-Bach parallel zum Strand fließt. Warren nutzt die Gelegenheit, um durch den Bach zu fahren und dem Bus eine Unterbodenwäsche zu verpassen.

Die eigentliche Sehenswürdigkeit hier sind jedoch die Überbleibsel eines Walfisch-Skeletts. Der Wal wurde 2012 tot angelandet und von der Nationalpark-Verwaltung in die etwas höher gelegenen Dünen gezogen. Hier diente er dann als Festmahl für die Dingos.

Ein weiteres Skelett können wir dann ein paar Kilometer weiter direkt am Strand besichtigen. Die rostigen Überbleibsel eines hier 1935 gestrandeten Schiffes.

Überreste der Maheno am Strand von Fraser Island

The PinnaclesDas Wrack der “Maheno” liegt bereits seit 1935 am Strand von Fraser Island. Es war außer Diennst gestellt und befand sich auf der Überführung nach Japan, wo es verschrottet werden sollte. Dabei geriet es in einen Sturm und strandete schließlich auf Fraser Island. Davor pendelte das Schiff als Luxusliner zwischen Australien und Neuseeland, und im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarettschiff.

Den nächsten Stopp legen wir bei den Pinnacles ein, einer farbenprächtigen Sandsteinformation. Leider fehlt die Sonne und blauer Himmel für wirklich schöne Fotos.

Zum Glück aber reißt der Himmel rechtzeitig auf, bevor wir das nächste Highlight, die Champagne Pools, erreichen. Es wäre auch zu schade gewesen, wenn an diesem schönen Flecken Erde nicht die Sonne geschienen hätte.

Natürliche Felsenpools vor dem türkisfarbenen Meer mit kristallklarem erfrischenden Wasser. Sogar bunte Fische schwimmen darin, die sich mit ein bisschen Glück fotografieren lassen. Traumhaft schön, aber leider auch ein bisschen überlaufen, denn hier wollen natürlich alle hin.


Champagne Pools auf Fraser Island
 
Strand bei den Champagne Pools auf Fraser Island

Zurück am Bus gibt es Kaffee und Tee mit Muffins, Müsliriegeln und Obst. Dann geht es ein Stück weiter, wo wir einen kleinen Berg erklimmen. Von oben bietet sich uns ein fantastischer Ausblick auf gleich zwei Traumbuchten. Eine auf jeder Seite. Ein ideales Motiv für ein Panoramabild.

Herrliches Panorama auf Fraser Island

Eli Creek auf Fraser IslandGegen 13:30 Uhr halten wir am Eli Creek zum Lunch. Für jeden gibt es zwei dick belegte Käse-Schinken Sandwiches, dazu Wasser und Saft. Die verzehren wir dann am Ufer des Baches im Schatten. Auch Baden können wir in dem idyllischen Bach. Zum richtigen Schwimmen ist er allerdings zu flach. Aber er hat genau die richtige Temperatur, um uns die dringend benötigte Abkühlung zu bescheren. Da der Bach eine starke Strömung hat, ist es ein besonderes Vergnügen,  über einen Steg bis zum Ende zu laufen, dort ins Wasser zu steigen und sich – evtl. auch mit Hilfe einer Luftmatratze – durch die Strömung zurück treiben zu lassen. Einfach herrlich. Hier wären wir gerne noch länger geblieben. Und wie fast immer gab es natürlich auch hier Toiletten und Umkleidekabinen .

Danach fahren wir wieder zum Eurong Beach Resort. Hier haben wir noch eine halbe Stunde Aufenthalt, bevor es zurück zum Hafen geht. Warren stellt noch einmal seine Qualitäten als Entertainer unter Beweis und beschallt den Bus mit einem Country Song, zu dem er über das Bordmikrofon lauthals mitsingt. Passenderweise lautet der Refrain "I love my bus." Die Gruppe honoriert seine gelungene Darbietung mit großem Applaus und später größtenteils auch mit einem Trinkgeld, das er gerne annimmt.
 
Am Pool des Eurong Beach ResortsAuf der Überfahrt zurück zum Festland unterhalten wir uns noch angeregt mit dem Paar aus Kiel, mit denen wir in den letzten beiden Tagen häufig Kontakt hatten. Wieder einmal betreiben wir Werbung für ein anderes Land auf der südlichen Erdhalbkugel, das uns sehr ans Herz gewachsen ist: Südafrika! Vielleicht lassen sich die beiden ja durch unsere Reiseberichte inspirieren.

Auf dem Festland angekommen steigen wir in den Bus, der uns zurück zum Motel bringen soll, wo unser Auto steht. Vor uns liegen noch ca. 2 1/2 Stunden Autofahrt, da wir heute Abend noch bis Noosaville wollen, wo wir für die nächsten zwei Nächte reserviert haben.

Ca. 16 km von unserem Motel entfernt fährt der Bus auf einsamer Landstraße plötzlich links ran. Der Fahrer verkündet uns, dass der Bus kein Gas mehr annimmt, und er nicht mehr weiter fahren kann. Es wird telefoniert und ein Ersatzbus angekündigt, der aber mindestens 45 Minuten braucht, bis er eintreffen wird.

Eine Viertelstunde später, um 18:15 Uhr wird es dunkel. Eigentlich wollten wir jetzt schon in unserem Auto sitzen und unterwegs nach Noosaville sein. 

Warten auf den ErsatzbusUm 18:45 Uhr kommt dann endlich unser Ersatzbus, der von Warren, unserem Tourguide der letzten beiden Tage gefahren wird. Es ist derselbe Bus, mit dem wir über Fraser Island getourt sind, denn der Bus ist heute Abend mit der Fähre zurück aufs Festland gekommen. Warren ist sicher auch nicht begeistert über die Überstunden, versprüht aber nach wie vor gute Laune.

Gute 20 Minuten später sind wir dann endlich an unserem Auto angelangt. Im nächsten Ort, Marryborough, halten wir fürs Abendessen. Da es schnell gehen soll, muss heute ein "Hungry Jacks" reichen. Keine Ahnung, warum der Burger King hier unter diesem Namen firmiert.

Das Fahren im Dunkeln ist anstrengend, aber zum Glück sind wir heute nicht so fertig wie gestern. Da lagen wir um diese Zeit schon im Bett und hätten uns die Fahrt wohl nicht mehr zugetraut.

Etwa 50 km vor unserem Ziel wird der Bruce Highway zu einer vierspurigen Autobahn, auf der sogar 110 km/h Höchstgeschwindigkeit erlaubt sind (sonst ist 100 km/h das Höchste der Gefühle).

Wohnzimmer im Noosavillage River ResortKurz vor Erreichen von Noosaville werden wir - wie alle Fahrzeuge - an einer Tankstelle von der Polizei herausgewunken. Ob ich Alkohol getrunken habe, werde ich gefragt. Wahrheitsgemäß verneine ich. Was mich allerdings nicht vor einem Alkoholtest bewahrt. Damit steht es 1:1 im internen Australien-Röhrchen-Pusten Wettbewerb zwischen Elke und mir.

Um 22:30 Uhr haben wir endlich unsere Unterkunft, das Noosavillage River Resort, erreicht. Unseren Zimmerschlüssel finden wir wie versprochen in einem Schließfach neben der Rezeption, dessen Zugangsnummer uns per E-Mail mitgeteilt worden war. Zimmer ist allerdings reichlich untertrieben. Wir finden ein zweigeschossiges Apartment vor, das mindestens über 80 m² Wohnfläche verfügt, sehr modern eingerichtet ist und über eine mehr als umfangreiche Ausstattung verfügt. Nicht weniger als drei Terrassen stehen uns zur Verfügung.

Wir richten uns gar nicht erst groß ein, sondern machen uns auf den Weg, um zu erkunden, ob wir in der Nähe vielleicht noch irgendwo ein Bier bekommen können. Ein Stückchen entfernt gegenüber am Fluss entdecken wir "The Boathouse Restaurant & Bar". Klingt gut und hat auch noch auf.

In der ersten Etage ist auch noch viel los. Jede Menge junge
Schlafzimmer im Noosavillage River ResortLeute, die sich um eine Bar drängeln. Ansonsten besteht der Raum jedoch aus lauter runden Tischen. Für mich sieht das eher nach einer privaten Veranstaltung aus. Aber wir können kein Schild entdecken, dass auf eine solche hinweist. Also drängeln wir uns zur Bar durch und fragen, ob wir zwei Bier haben können. Kein Problem, für 17$ wechseln zwei Glas Pale Ale den Besitzer.

Wir verziehen uns nach draußen, wo es deutlich ruhiger ist. Zehn Minuten später sind die rund 50 Gäste verschwunden, und wir sind alleine. Der Manager erscheint und fragt uns, ob wir nicht mit dem Bus fahren. Welcher Bus? Na der, der für die Gruppe angemietet worden ist.

Wir erklären, dass wir nicht zu der Gruppe gehören. Was wir dann hier machen, werden wir gefragt, denn dies hier ist eine "private function". Also hat mich mein Gefühl doch nicht getäuscht.

Wir antworten, dass wir nur ein Bier trinken wollten, und das hätten wir ja auch gegen Bezahlung bekommen. Da ist wohl was schief gelaufen. Freundlich werden wir gebeten, nach dem Glas Bier die Lokalität zu verlassen. Wir dürfen aber gerne morgen Nachmittag wieder kommen, wenn die Sunset Bar auf der zweiten Etage zum Sonnenuntergang geöffnet hat. Gegen Mitternacht liegen wir endlich im Bett. Unser längster Tag bisher. Aber dafür können wir morgen direkt mit „Urlaub“ starten. 

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