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bulletReisebericht Bretagne mit dem Wohnmobil: Die Cote d’Emeraude

1. Tag, Mittwoch, 7. Juni 2006
Düsseldorf – Martinpuich: 367 km


Wir starten gegen 16:30 Uhr von Düsseldorf. Nachdem wir bei Valenciennes die französische Grenze überquert haben, programmieren wir unser Navi so, dass es uns auf mautfreien Straßen Richtung Bretagne leitet.

Etwa 10 km vor dem Städtchen Albert übernachten wir abseits der D929 auf einer Wiese neben einem der zahlreichen Soldatenfriedhöfe, die in dieser Gegend an die beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts erinnern.



Calvados und Cidre werden am Straßenrand verkauft.2. Tag, Donnerstag, 8. Juni 2006
Martinpuich – Le Mont St. Michel: 460 km


Unsere Entscheidung, Mautstraßen zu vermeiden, erweist sich als goldrichtig. Die Strecke durch die Normandie ist landschaftlich sehr reizvoll und abwechselungsreich. Auf wenig befahrenen Nationalstraßen und teilweise kostenlosen Autobahnen kommen wir recht flott voran.

Bei Granville erreichen wir dann am Mittag die Küste. Nach Lunchpause und Besichtigung des Pointe du Roc begeben wir uns auf die Küstenstraße in Richtung Süden. Der schönste Abschnitt liegt zwischen Carolles und St. Jean-le-Thomas. Hier bietet sich uns dann auch der erste Blick auf den berühmten Mt. St. Michel.

Kurz vor Erreichen unseres Etappenziels entdecken wir am Straßenstand einen Stand, an dem Cidre und Calvados verkauft werden. Nachdem wir beides probiert haben, wechseln drei Flaschen Cidre und eine Flasche Calvados den Besitzer. Und schon haben wir die ersparte Maut sinnvoll investiert.

Über den Damm erreichen wir dann schließlich den Mt. St. Michel. Ein Teil des Parkplatzes ist extra für Wohnmobile reserviert, die hier für 8 Euro Parkgebühr auch übernachten dürfen (keine V+E). Der Mt. St. Michel am AbendWir ergattern einen Platz in der ersten Reihe mit „unverbaubarem Blick“ auf dem Mt. St.Michel. Für das gleiche Geld kann man übrigens auch auf dem Campingplatz vor dem Damm übernachten (zumindest jetzt in der Nebensaison), mit Strom und V+E. Aber eine wirkliche Alternative ist das eigentlich nicht, wenn man schon mal die Möglichkeit hat, direkt zu Füßen eines Weltkulturerbes zu nächtigen. Zumal es diese Möglichkeit wohl nicht mehr lange geben wird. Es ist nämlich geplant, den Damm zu entfernen, und aus Mt. St. Michel wieder eine Insel zu machen.

Als wir am frühen Abend dem heiligen Berg einen Besuch abstatten, hat sich der tägliche Rummel bereits gelegt. So imposant dieses Bauwerk von außen wirkt, so ernüchternd ist es dann innerhalb der Mauern. Dicht an dicht überteuerte Restaurants und Souvenirläden mit dem üblichen Kitsch, den kein Mensch wirklich braucht. Wir stellen uns lieber nicht vor, wie es hier in der Hauptsaison zugehen mag. So zieht es uns bald zurück zum Womo. Dort wartet Spargel mit neuen Kartoffeln und Schinken auf uns. Sicherlich die bessere Alternative zu den Nepp-Restaurants, deren Speisekarten wir gerade studiert haben.

Wir sitzen heute Abend bei herrlichem Wetter noch lange vor dem Womo, genießen einen schönen Sonnenuntergang und natürlich den Blick auf den später dann angestrahlten Mont St. Michel.




Der Mt. St. Michel am Morgen3. Tag, Freitag, 9. Juni 2006
Mont St. Michel – St. Malo: 79 km


Frühstück in der Sonne bei diesem Anblick – mehr kann man kaum erwarten vom Start in den Urlaubstag. Wir erweisen uns als Kulturbanausen und verzichten auf die Besichtigung der Abtei und der anderen Museen, die der Mont St. Michel zu bieten hat. Uns reicht der grandiose Anblick von unserem Stellplatz, und außerdem ist das Wetter viel zu schön, um sich in alte Gemäuer zu begeben.

Wir fahren nach Cancale und dort über eine Panoramastraße zum Hafen. Hier dreht sich alles um Austern und gutes Essen. Zahlreiche einladende Restaurants verführen zur Einkehr.

Die ersten Gäste können morgens um elf Uhr der Versuchung schon nicht widerstehen und schlürfen ihre Austern, die sie mit einem Glas Weißwein herunter spülen. Savoir vivre! Schade, dass wir uns aus den Dingern nichts machen.

Weiter geht es zum Pointe du Grouin. Abgeschrankte Parkplätze, die uns signalisieren: Ihr seid hier nicht willkommen! Die können uns mal! Wir stellen uns einfach auf den Busparkplatz. Vom Pointe du Grouin bieten sich schöne Blicke auf die vorgelagerte Vogelinsel Ile de Landes und das türkisblaue Meer.
Am Pointe du Grouin
Von einem Wanderweg, etwa 50 m oberhalb der Küste, genießen wir das schöne Panorama. Nur die See brandet nicht mit “Urgewalt gegen die Klippen”, wie es unser Reiseführer vollmundig verspricht. Dafür ist das Wetter viel zu schön. Man kann halt leider nicht alles haben.

In St. Malo fahren wir zum Camping de la Cité d’Alet. Wir müssen eine halbe Stunde warten, bis die Rezeption um 15:00 Uhr wieder öffnet.

Mit dem Fahrrad erkunde ich die nähere Umgebung und fahre dann in die „Intra-Muros“, die von einer mächtigen Stadtmauer umgebene Altstadt von St. Malo. Fahrzeit vom Campingplatz ca. 10 Minuten, zu Fuß wird man mindestens eine halbe Stunde brauchen. Die Altstadt ist ganz nett mit ihren vielen Geschäften und Restaurants, aber halt auch sehr touristisch geprägt.

Mich zieht es zurück zum Campingplatz, denn im Womo ist Fernseh-Time angesagt. Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2006. Während Elke ihrerseits auf Erkundungstour fährt, freue ich mich über das 4:2 der deutschen Mannschaft gegen Costa Rica.

Zum Abendessen radeln wir in den nah gelegenen Port Solidor. Angenehmes Flair und nette Lokale. Wir entscheiden uns für das Restaurant l`Atre, wo wir noch einen Tisch auf der Terrasse bekommen. Ein absolutes Muss an diesem lauen Abend. Für 18 Euro gibt es ein sehr gutes und toll präsentiertes 3-Gänge-Menü. Für zusätzliche 3,50 € kann man noch eine Portion Camembert (z. T. warm und mit Calvados flambierte, z. T. geeist) bestellen, den man sich aber nicht entgehen lassen sollte. Mit der Wahl dieses Restaurants waren wir jedenfalls sehr zufrieden.




Mediterranes Flair in St. Malo4. Tag, Samstag, 10. Juni 2006
St. Malo – Cap Frehél: 67 km


Nach dem Frühstück unternehmen wir einen kleinen Spaziergang auf dem Weg, der außerhalb des Campingplatzes rund um die Landzunge herum führt. Dabei bieten sich wunderschöne Ausblicke über die Bucht und St. Malo auf der einen und Dinard auf der anderen Seite.

An der V+E-Station des Campingplatzes bekommt man Frischwasser nur gegen eine Wertmarke. Als wir diese an der Rezeption kaufen möchten, trifft uns fast der Schlag. 3,60 € für einmal Wasser bunkern. Dankend lehnen wir ab und füllen unseren Wassertank stattdessen mittels Wasserhahn und Kanister.

Großeinkauf im Supermarkt und dann ein kleiner Bummel durch Dinard. Nicht wirklich aufregend. Bei der Hitze zieht es uns auch viel eher an einen schönen Strand.

Den finden wir in St. Cast-le-Guildo. Etwa 1,5 km lang, wunderschön zu laufen und klares türkisfarbenes Wasser. Auch wenn das Wasser noch recht kühl ist, bietet uns ein kurzes Bad im Meer die dringend benötigte Abkühlung.
Stellplatz am Cap Frehél
Weiter geht es Richtung Cap Frehél. Da die Zufahrt zum Fort la Latte durch die Polizei gesperrt ist, (wir vermuten wegen eines Brandes) fahren wir gleich weiter zum Cap.

Auf einem extra für Womos reservierten Parkplatz dürfen wir für 2 € übernachten (keine V+E). Super und absolut ruhig gelegener Stellplatz. Wir richten uns häuslich ein, schmeißen den Grill an und genießen ein leckeres Abendessen.

Später (es ist ja lange hell jetzt im Juni) unternehmen wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch blühende Heidelandschaft zum Cap. Die Gegend gefällt uns richtig gut.

Wir wandern ein wenig herum, bestaunen die grünen Klippen und sind fasziniert von dem Vogelfelsen, wo hunderte von Seevögeln zu beobachten sind. Keine Frage, das Cap Frehél zum Übernachtungsplatz zu wählen, war eine ausgesprochen gute Entscheidung.






5. Tag, Sonntag, 11 Juni 2006
Cap Frehél – Pointe de l’Arcouest: 113 km


Stellplatz am Pointe de l’ArcouestHeute ist es zum ersten Mal bedeckt. Aber immer noch warm genug für kurze Hosen. Wir verlassen das schöne Cap Frehél und legen nach wenigen Minuten Fahrt einen Stopp in Sables d’Or les Pins ein. Dort lockt ein schöner Strand zum Spaziergang und auch ein paar Tropfen Regen können das Vergnügen nicht stören.

Den nächsten Halt machen wir in le Val-André. Ein Ferienort, der eine angenehme Atmosphäre ausstrahlt. An der langen Strandpromenade verzehren wir die Reste unseres gestrigen Grillabends.

Danach geht es weiter, bis wir mit dem Pointe de l’Arcouest unser heutiges Etappenziel erreichen. Von hier möchten wir morgen für einen Tagesausflug mit der Fähre auf die autofreie Ile de Bréhat übersetzen. Auf dem kostenlosen Parkplatz gibt es einen Bereich, in dem Womos stehen und auch übernachten dürfen (keine V+E).

Die Wiese ist zwar ziemlich uneben, aber das nimmt man für einen so tollen Stellplatz gerne in Kauf. Wir haben zudem noch Glück und erobern einen Platz auf einer Anhöhe gegenüber der Wiese. Von dort haben wir einen traumhaften Ausblick auf die Ile de Bréhat und die vorgelagerten Felsen und Inselchen. Schöner kann man kaum stehen. Wir genießen den Rest des Tages und freuen uns auf den morgigen Ausflug auf die Ile de Bréhat.




6. Tag, Montag, 12. Juni 2006
Pointe de l’Arcouest – Buguéles: 45 km


Üppie Blumenpracht auf der Ile de BréhatWir nehmen um 9:30 Uhr die Fähre zur Ile de Bréhat. Hin- und Rückfahrt kosten 8 € pro Person. Fahrräder kann man auch mitnehmen, kostet aber 15 € pro Fahrrad und ist nur zu bestimmten Zeiten möglich. Lohnt für einen Tagesausflug auf keinen Fall, da man die Insel gut zu Fuß erkunden kann. Alternativ könnte man sich auch ein Fahrrad auf der Insel mieten. Kostet
10 € für einen halben Tag.

Die Überfahrt dauert nur 10 Minuten. Auf der Ile de Bréhat angekommen folgen wir den Hinweisschildern Richtung Nordinsel und dort zum Leuchtturm „Phare de Paon“. Die knapp einstündige Wanderung vorbei an üppiger Vegetation ist sehr schön. Nur die Traktoren – einziges motorisiertes Fortbewegungsmittel auf der ansonsten autofreien Insel – stören gelegentlich die Idylle.

Kurz vor Erreichen des Leuchtturms kommt man an einem sehr einladend aussehenden Gartenrestaurant vorbei. Schade, dass es noch so früh ist. Das wäre ein idealer Ort für eine Mittagspause.

Schon gegen 12:30 Uhr sind wir wieder zurück am Hafen, und haben fast alle „Sehenswürdigkeiten“ der Insel abgelaufen. Da die nächste Fähre aber erst gegen 14:00 Uhr fährt, nutzen wir die Wartezeit für einen kleinen Imbiss in Le Bourg, dem Zentrum der Südinsel.
Das Haus zwischen den Felsen
Unser Fazit zum Besuch der Ile de Bréhat: eine idyllische Insel mit mediterranem Pflanzenwuchs im südlichen Teil und einer etwas rauheren Landschaft im Norden. Kein touristisches Muss aber ein netter Ausflug.

Zurück am Womo gönnen wir uns noch eine kleine Pause, bevor wir uns auf die Weiterfahrt machen. In Tréguier folgen wir den Schildern zu einem schön gelegenen Wohnmobilstellplatz. Hier erledigen wir die dringend nötige Entsorgung und können sogar kostenlos Wasser tanken. Unser Dank geht an die Gemeinde Tréguier für diesen vorbildlichen Service.

Wir folgen den Schildern Richtung Plougrescant und erreichen bei le Gouffre einen Parkplatz, von dem man zum „Haus zwischen den Felsen“ laufen kann, dem wohl bekanntesten Fotomotiv der Bretagne. Schöne Landschaft, aber leider etwas nebelig im Moment. Schlechte Bedingungen für das obligatorisches Foto.

Der Parkplatz hier wäre ideal zum Übernachten, doch leider stehen unserem Ansinnen entsprechende Verbotsschilder entgegen. In dem abgelegenen Nest Buguéles werden wir dann aber doch fündig. Hier stellen wir uns einfach auf den Parkplatz des kleinen Hafens und verbringen eine ungestörte Nacht.

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