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bulletReisebericht Südafrika Anfang 2003: Kapstadt

19. Tag
Hermanus - Kapstadt: 185 km


Von Hermanus fahren nach Kleinmond und biegen dann bei Betty’s Bay zum Stoney Point ab, an dem es Pinguine zu beobachten gibt. Eigentlich hätten wir uns den Abstecher sparen können, denn die Beobachtungsmöglichkeiten in Simon’s Town, wo wir vor zwei Jahren waren, haben uns wesentlich besser gefallen. Wieder mal ein Genuss hingegen ist die nun folgende Küstenstraße zwischen Kleinmond und Gordon’s Bay, die wir nun zum zweiten Mal befahren dürfen. Wie schon beim letzten Mal könnte es das Wetter nicht besser mit uns meinen. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und ein tolles Farbenspiel im Meer. Da macht es einfach Spaß, hier lang zu fahren und alle paar hundert Meter an einer der vielen Haltebuchten zu stoppen und das herrliche Panorama zu genießen.

Küstenstraße zwischen Kleinmond und Gordon's Bay - Bild 1Küstenstraße zwischen Kleinmond und Gordon's Bay - Bild  2







 











Elke und BlieniPünktlich um 12:00 Uhr stehen wir bei Blieni in Grabouw auf der Matte. Seit unserem ersten Besuch hier vor zwei Jahren, als wir uns kennen gelernt haben, hat sich doch einiges verändert. Neuestes Prunkstück ist die schöne Freiluftbar, an der wir uns natürlich erst einmal ein Bierchen schmecken lassen. Auch die leckere Bratwurst vom Metzger in Grabouw wird zur Geschmacksverbesserung ins Bier getaucht und dann noch einmal kurz auf den Grill geschmissen. Schmeckt wirklich prima! Nebenbei bekommen wir auch noch die neueste südafrikanische Erfindung vorgestellt: einen Picknickteller mit eingebauter Weinglashalterung. Sehr praktisch!

Gegen 15:00 Uhr machen wir uns auf Richtung Kapstadt, zu unserer letzten Unterkunft für diesen Urlaub. Das Villa Sunshine Guesthouse liegt zwischen Sea Point und Clifton in Bantry Bay, einer der bevorzugten Wohngegenden Kapstadts. Unser Zimmer ist modern eingerichtet und verfügt über eine Terrasse, von der wir sogar das Meer sehen können. In die entgegengesetzte Richtung blickt man auf den Berg „Lions Head“.

Unser Auto müssen wir auf der Straße parken und man rät uns eindringlich, alle Sachen aus dem Auto zu entfernen. Selbst ein altes T-Shirt, das wir wegen der Hitze über dem Lenkrad hängen haben, sollen wir reinholen, denn es könnte ein Objekt der Begierde für mögliche Diebe werden. Willkommen in der Großstadt! Derartige “Tipps” haben wir auf der ganzen Reise nicht bekommen oder gebraucht, und wir fragen uns, welche Vorsichtsmaßnahmen wohl in den weniger guten Wohngegenden Kapstadts erforderlich sind. Trotzdem bestätigt man uns, dass wir ohne Sorge abends zum Essen laufen können.

Eingecheckt werden wir von einer jungen Angestellten, die wir nach einem guten Restaurant für den Abend in “Walking Distance” fragen. Sie empfiehlt uns das „La Perla“ - ein italienisches Restaurant - und ihrer Meinung nach das Beste in der Umgebung. Klingt gut, also lassen wir eine Reservierung machen. Auf einem anschließenden Erkundungsgang kommen wir auch an dem Restaurant vorbei, das von außen auch einen durchaus guten Eindruck macht.

Abends laufen wir dann noch im Hellen die gut 10 Minuten zum Restaurant. Davor hat sich schon eine ziemliche Schlange gebildet. Wenn das kein gutes Zeichen ist. Wir müssen ein wenig warten, bis wir an der Reihe sind. Aber was soll’s, wir haben ja Zeit. Noch sind wir guter Dinge. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, dass uns das ungemütlichste Dinner bevorsteht, das wir je in Südafrika gehabt haben.

Die erste Enttäuschung erleben wir, als wir zu unserem Tisch geführt werden. Wir haben den „Katzentisch“ erwischt. Hier laufen ständig die Kellner auf ihrem Weg zur Küche vorbei. Nach einem anderen Tisch zu fragen ist sinnlos, der Laden platzt aus allen Nähten. Entsprechend laut ist auch die Geräuschkulisse, die aus einem mehrsprachigen Stimmengewirr und viel zu lauter Musik besteht.

Bald aber stellen wir fest, dass unser Tisch auch nicht viel schlechter ist, als viele andere. Die Bestuhlung hier ist dermaßen eng, dass man der Economy-Class der British Airways problemlos Konkurrenz machen könnte. Ständig werden die Gäste von den Kellnern angestoßen, wenn sich diese durch die schmalen Reihen zwischen den Stühlen quetschen.

Die Kellner, ausnahmslos alle indisch-malayischer Herkunft, verbreiten eine unglaubliche Hektik. Kurz nachdem wir die Speisekarte erhalten haben, werden wir auch schon nach unserer Bestellung gefragt. Ich verlange erst einmal die Weinkarte, die auch prompt gebracht wird. Keine 30 Sekunden später steht unser Kellner schon wieder am Tisch, um unsere Weinbestellung aufzunehmen. Ziemlich sauer frage ich, ob wir denn erst einmal einen Blick in die Karten werden dürfen. Dies wird uns dann auch gnädigerweise gewährt mit der schmierigen Bemerkung „I don’t want to rush you, Sir.“

Man hat den Eindruck, dass in diesem Laden alles dem Ziel dient, den Gast möglichst schnell wieder los zu werden. Die Kellner bewegen sich fast ausnahmslos im Laufschritt, das Essen steht wenige Minuten nach der Bestellung auf dem Tisch. Einen Weinkühler für unseren Weißwein hingegen bekommen wir erst nach mehrmaliger Aufforderung. Das Essen ist so durchschnittlich, wie man es für einen Massenfütterungsbetrieb dieser Art erwarten kann. Wir sind jedenfalls restlos bedient. Kaum zu glauben, wie dieses Restaurant hingegen in einem Kapstadt-Stadtführer beschrieben wird, den ich im Internet gefunden habe:

People say that the best seafood in Cape Town is served at La Perla, and the classy, yet relaxed atmosphere keeps their many regulars coming back for more. Everybody from the junior waitrons to the owners take care of you from the moment you walk in the door. La Perla is vibrant restaurant with trendy bar, perfect to begin a night on the town in the MotherCity. The quality of service, the delicious cuisine, and the value for money will ensure that it is an unforgettable experience.

Nun ja, ein “unforgettable experience” war es in der Tat. Wir sind jedenfalls froh, diesen ungastlichen Ort wieder verlassen zu können und ärgern uns, dass wir dies nicht bereits vor der Bestellung getan haben. Für den Rückweg lassen wir uns ein Taxi rufen, weil es uns in der Dunkelheit doch etwas zu unsicher ist, zu Fuß zu gehen, und wir kein Risiko eingehen möchten.



20. Tag
Kapstadt: 84 km


Der Tafelberg in Wolken verhülltDer Tag beginnt mit einem erstklassigen „deutschen“ Frühstück, das keine Wünsche offen lässt. Eigentlich hatten wir vorgehabt, heute morgen auf den Tafelberg zu fahren, denn unser letzter Besuch dort oben liegt mittlerweile schon über 12 Jahre zurück. Eine dichte Wolkendecke macht den Plan jedoch zunichte.

Stattdessen fahren wir nach Century City (Exit 10, N1), ein relativ neues, großes Shopping Center. Der Komplex ist recht beeindruckend, Schnäppchen kann man hier jedoch kaum welche machen, da fast nur teure Import-Markenwaren verkauft werden, die nicht billiger sind, als bei uns zuhause.

Von hier aus fahren wir dann weiter quer über die Kaphalbinsel bis nach Hout Bay. Mittlerweile hat sich das Wetter gebessert, und die Sonne gewinnt immer mehr die Überhand. Die Spitze des Tafelbergs ist jedoch immer noch von einer Wolkendecke umgeben. So nutzen wir unterwegs die Gelegenheit, den Tafelberg einmal mit „Tischdecke“ zu fotografieren.

In Hout Bay nehmen wir in einem der Fischrestaurants im Hafen einen späten Lunch ein. Anschließend geht es wieder zurück Richtung Bantry Bay. Im Nobelvorort Clifton legen wir noch einen Stopp ein, und schauen uns die vier Cliftonkleinen, durch Felsbuchten getrennten, Strände an. Unglaublich viele Appartmenthäuser sind hier in die Hänge oberhalb der Strände gebaut. Schön sieht das nicht gerade aus, zumal die Dächer als Parkplätze für die Autos der Bewohner dienen. Die Strände allerdings sind durchaus was für das Auge, allerdings ziemlich klein und zum Schwimmen wegen des kalten Wassers nur abgehärteten Naturen zu empfehlen.

Abends rufen wir uns ein Taxi und fahren zu einem Restaurant namens Panama Jacks, wo ich bereits vor einigen Tagen eine telefonische Reservierung gemacht habe. Heute ist nämlich der 14. Februar und damit Valentines Day. An diesem Tag gehen südafrikanische Paare und Familien traditionell abends auswärts essen, und es kann ohne frühzeitige Reservierung sehr schwer werden, noch irgendwo einen freien Tisch zu ergattern.

Unser Taxifahrer ist sehr nett und neugierig, so dass wir uns die ganze Fahrt über mit ihm unterhalten. Leider macht er den Job noch nicht sehr lange und weiß nicht, wo unser Restaurant zu finden ist. Zum Glück haben wir einen Prospekt mit einer kleinen Skizze dabei und lotsen ihn irgendwie in die richtige Richtung. Zweimal müssen wir unterwegs noch fragen, dann haben wir es tatsächlich gefunden. Das Restaurant liegt mitten im alten Frachthafen in einer nicht gerade sehr vertrauenserweckenden Umgebung und macht von außen den Eindruck einer besseren Wellblechhütte. Unser Taxifahrer kann es kaum fassen, dass hier jemand zum Essen hinfährt und hat fast Bedenken, uns hier aussteigen zu lassen.

Tatsächlich aber erweist sich die Empfehlung, die wir von Christine und Thomas in St. Francis Bay bekommen haben, als ein Volltreffer. In rustikaler Atmosphäre wird hier bestes Seafood serviert. Die Spezialität sind diverse riesige Seafood-Platters. Wir entscheiden uns für eine, die ausschließlich aus Krustentieren besteht, wählen aber die Variante für eine Person, da wir auch noch jeder eine Vorspeise bestellen. Dies erweist sich dann auch als völlig ausreichend. Das Essen ist ausgezeichnet, doch leider kann ich es nicht richtig genießen, da mich eine anziehende Angina plagt. Wir verzichten daher (und wegen des Regenwetters) anschließend auf den Absacker an der Waterfront, lassen uns ein Taxi kommen und fahren zurück zu unserem Guesthouse.

 

Kapstadt Waterfront21. Tag
Kapstadt und Heimflug: 45 km


Die Geschichte unseres Abreisetages ist schnell erzählt. Nach dem Frühstück fahren wir zur Waterfront und besuchen das dortige Two Oceans Aquarium. Auch wenn wir schon mehrere solcher Aquarien gesehen haben, ist die Unterwasserwelt doch immer wieder faszinierend, und es gibt jedes Mal wieder etwas Neues zu entdecken.

Anschließend bleibt noch Zeit für einen Bummel durch die Waterfront und unsere „Henkersmahlzeit“. Gegen Nachmittag machen wir uns auf zum Flughafen, wo um 18:00 Uhr unser Flieger nach Johannesburg startet. Dort haben wir eine kurze Umsteigezeit für den Flug nach London.

In Heathrow müssen wir am frühen Morgen dann 4 Stunden warten, bis es weiter nach Düsseldorf geht. Alles in allem eine sehr lange Rückreise, die jedoch nichts daran ändert, dass unser nächstes Urlaubsziel bereits feststeht: Ende des Jahres werden wir wieder nach Südafrika fliegen!

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