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bulletReisebericht Südafrika Februar 2001: Die Kaphalbinsel

15. Tag
Wilderness - Arniston: 411 km


Auch heute unternehmen wir nach dem Aufstehen erst einmal einen Strandspaziergang und schwimmen im Meer. Das anschließende Frühstück wird unverhofft zu einem richtigen Höhepunkt, da wir das Glück haben, eine Gruppe von ca. 20 Delfinen beobachten zu können. Also sitzen wir heute zur Abwechslung mal mit Fernglas und Videokamera beim Frühstück.

Danach müssen wir uns aber leider von Bruni und ihrem wunderschönen Haus verabschieden. Die zwei herrlichen Tage in Wilderness sind leider schon wieder vorbei. In George machen wir noch einen Abstecher zum Pick’n Pay und kaufen uns etwas zum Mittagessen für unterwegs.Der Leuchtturm am Cap Agulhas

Unser eigentliches Ziel für heute ist das De Hoop Nature Reserve, ca. 350 km von Wilderness entfernt. Bald merken wir, dass wir viel zu spät losgefahren sind, um genügend Zeit für einen Besuch dieses Naturreservates zu haben. Außerdem hat sich das Wetter erheblich verschlechtert. Es regnet die meiste Zeit in Strömen. Also beschließen wir auf das De Hoop Nature Reserve zu verzichten und fahren stattdessen zum in der Nähe gelegenen Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Die einzige Sehenswürdigkeit dort ist ein Leuchtturm (Eintritt ZAR 5), dessen Funktionsweise und Geschichte sehr anschaulich vermittelt wird. Da es immer noch bedeckt und sehr windig ist, verzichten wir auf längere Spaziergänge in der etwas rauen, wenn auch reizvollen Landschaft.

Wir sind der Meinung, dass sich der doch recht weite Abstecher zum Cape Agulhas für uns nicht gelohnt hat. Vielleicht wäre bei Sonnenschein alles anders gewesen.

Wir fahren zum ca. 30 km entfernten Fischerort Arniston (auch unter dem Namen Waenhuiskrans) bekannt und checken im Arniston Hotel ein, dass ich von zuhause aus per E-Mail reserviert hatte. Leider hat dieses Hotel seine besten Zeiten schon hinter sich. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt hier nicht. Wehmütig denken wir an unsere “Honeymoon-Suite” der letzten beiden Tage zurück. Positiv erwähnt werden muss jedoch das Restaurant des Arniston Hotels, dass eine sehr gute Küche bietet.



15. Tag
Arniston – Simon’s Town: 307 km


Eine traumhafte KüstenstraßeWir genießen ein üppiges Frühstüchsbuffet und verlassen dann das trostlose Arniston. Wesentlich besser gefällt uns da schon Hermanus, wo wir unseren ersten Stopp für heute einlegen. Ein lebhafter und angenehmer Küstenort, in dem man es auch länger aushalten könnte. Hermanus ist berühmt für seine Wale, die hier jedes Jahr im November vom Ufer aus bestaunt werden können. Wir nehmen uns vor, einmal in dieser Jahreszeit wieder hier vorbei zu schauen.

Auf der Weiterfahrt Richtung Kapstadt erleben wir eine Küstenstraße, die sicherlich zu den schönsten der Welt zählt. Immer wieder bieten sich uns atemberaubende Ausblicke, die man auch als Fahrer gefahrlos genießen kann, denn ca. alle 500 m ist ein Aussichtspunkt eingerichtet. Diese Traumstraße muss man natürlich bei Sonnenschein erleben. Zum Glück haben wir davon heute reichlich.

Einen herben Kontrast erleben wir dann in Strand, einem Badeort, den wir bereits bei unserer ersten Südafrika-Reise besucht haben, heute aber nicht mehr wiedererkennen. Offensichtlich ist hier ein Mekka für billigen Massentourismus mit all seinen Groot Constantiaunangenehmen Begleiterscheinungen entstanden. Schnell sehen wir zu, dass wir hier wieder weg kommen.

Weiter geht es auf die Kaphalbinsel zu dem berühmten Weingut “Groot Constantia”. Wir besichtigen die historischen Gebäude und kaufen zwei Flaschen für zuhause. Anschließend fahren wir nach Simonstown, wo wir ein Appartment für unsere letzten beiden Nächte reserviert haben.

Das Appartemt liegt direkt in Simonstown, wir müssen aber erst einmal zum Privathaus unserer Gastgeber fahren, die etwas außerhalb wohnen und folgen der Wegbeschreibung, die wir per E-Mail erhalten haben. Annaline und Willie heißen uns überaus herzlich willkommen. Sie bieten uns an, bei Ihnen im Haus zu wohnen, in dem sie gerade drei Zimmer als B&B-Unterkünfte hergerichtet haben. Die Zimmer haben vollen Meerblick und sind wirklich sehr schön, wenn auch etwas klein. Wir haben den Eindruck, dass die beiden uns gern im Haus hätten, um etwas Gesellschaft zu haben.

Ganz nah kommt man an die Pinguine ranDa wir morgen leider packen müssen, möchten wir gerne etwas mehr Platz haben und tendieren daher doch eher zum Appartment. Falls es uns nicht gefällt, können wir ja immer noch B&B machen. Sicherheitsshalber verabschieden wir uns schon einmal von Willie, der es sich nicht nehmen lässt und Elke eine schöne Riesenmuschel schenkt, die man gut als Schale verwenden kann.

Annaline fährt in ihrem Auto vorweg und führt uns zu den Harbour Heights, einem Komplex mit mehreren Eigentumswohnungen hoch über Simonstown gelegen. Das Appartment ist geräumig und modern eingerichtet. Wir sind sehr angenehm überrascht, denn da dies die billigste Unterkunft unserer Reise ist (ZAR 120 Person/Nacht)), waren wir vorher schon etwas skeptisch.

Annaline erzählt uns, dass sie noch eine größere Wohnung im gleichen Haus hat, die auch frei ist. Diese Wohnung mit über 100 m² Wohnfläche, einer riesigen Terrasse und einem phantastischen Ausblick ist wirklich ein Traum. Ideal für einen längeren Aufenthalt auf der Kaphalbinsel, aber für zwei Nächte lohnt sich der (moderate) Mehrpreis für uns nicht.
Pinguinkolonie bei Simon's Town
Nachdem uns Annaline verlassen hat, packen wir zwei Dosen Bier und ein paar Chips ein und fahren runter an den Strand zur Pinguinkolonie. Jetzt um 18:00 Uhr sind wir hier fast alleine mit den putzigen Tieren, denen man sich bis auf wenige Meter nähern kann. Wir sitzen in der Abendsonne, trinken unser Bier und beobachten die Pinguine – einfach schön!

Zum Abendessen gehen wir zu Fuß nach Simonstown runter. Annaline hat uns versichert, dass der Weg zwar dunkel, aber ungefährlich ist. Trotzdem ist uns ein wenig mulmig in dieser einsamen Ecke zumute. Probleme haben wir aber wirklich keine.

Die Restaurantszene in Simonstown gibt leider nicht viel her. Wir entscheiden uns für Bertha’s Restaurant in der Hafengegend, wo wir draußen sitzen können. Das Essen ist eher mittelmäßig.



16. Tag
Kaphalbinsel: 63 km


Unser letzter Urlaubstag ist angebrochen. Schade! Zum Frühstück fahren wir wieder zu Bertha’s. Das ist wesentlich besser, als das Abendessen von gestern. Wir essen French Toast und Rührei mit Lachsforelle.

Japaner bei seiner LieblingsbeschäftigungNach dem Frühstück fahren wir in Richtung Kap der Guten Hoffnung. Kurz hinter Simonstown kommen wir an dem in unserem Reiseführer empfohlenen Fischrestaurant “Black Marlin” vorbei. Kurz entschlossen halten wir an und machen eine Reservierung für den Abend.

Um zum Kap zu gelangen, müssen wir ZAR 20 Eintritt pro Person bezahlen. Im Vergleich zu unserem ersten Besuch vor 10 Jahren ist es heute sonnig und warm und fast windstill (hier sehr ungewöhnlich!). An der Landschaft hat sich natürlich nichts geändert, aber es ist viel mehr los als damals. Da kann es dann auch schon mal passieren, dass ein Bus mitten auf der Straße anhält, damit ein japanischer Touri in Ruhe seiner Lieblingsbeschäftigung frönen kann.

Einer der vielen Touristenbusse spuckt eine Ladung Amerikaner aus. Es dauert nicht lange und ein älterer Amerikaner gesellt sich zu uns an unser Auto, während wir gerade unsere Wanderschuhe anziehen. Wie sich herausstellt, ist er schon viel in der Welt herum gekommen, aber Südafrika hat er sich als Individualreisender nicht zugetraut. Neugierig erkundigt er sich daher nach unseren Erfahrungen.

Noordhoek BeachWir unternehmen zwei kleinere Walks (bei denen wir wieder fast alleine sind) und setzen dann unsere Reise um die Kaphalbinsel fort. Kurz darauf kommt uns ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen. Zum Glück ist es noch weit genug entfernt, und ich kann den Fahrer mittels Lichthupe auf seinen Irrtum aufmerksam machen. Offensichtlich ein Tourist, der noch seine Probleme mit dem Linksverkehr hat.

Es gibt einige schöne Strände, die zum Laufen einladen. Schwimmen ist allerdings weniger ratsam, da das Wasser hier selbst im Sommer ziemlich kalt ist. Besonders gut gefällt uns der Noordhoek Beach, an dem wir einen ausgedehnten Strandspaziergang unternehmen.

Leider ist die grandiose Küstenstraße “Chapman’s Peak” wegen Reparaturarbeiten gesperrt, so dass wir unsere Rundreise an dieser Stelle abbrechen müssen. Von dieser Straße waren wir bei unserem ersten Besuch sehr beeindruckt und hätten sie heute gerne noch einmal erlebt. Ein Grund mehr, noch einmal zurückzukehen.

In Sunnydale kommen wir an einem großen Einkaufszentrum mit einem Pick’n Pay vorbei. Wir erledigen noch ein paar kleine Einkäufe und fahren zurück in das nicht mehr weit entfernte Simon’s Town. Jetzt ist Packen angesagt.

Zum Dinner fahren wir in das Black Marlin Restaurant in Miller’s Point und lassen uns als “Henkersmahlzeit” ein leckeres Seafood-Menue schmecken.

 

17. Tag
Simon’s Town - Kapstadt Airport: 50 km


Um 4:00 Uhr ist die Nacht vorbei, da unser Rückflug bereits um 08.00 Uhr startet. Die Fahrt zum Flughafen dauert normalerweise 45 Minuten, aber wir brauchen fast doppelt so lange, weil wir uns in der Dunkelheit verfahren. Gut, dass wir ausreichend Zeit eingeplant haben. Wir geben unser Auto ab, checken ein und vertreiben uns die Zeit bis zum Abflug mit Frühstücken und etwas Shopping. Dann heißt es Abschied nehmen von Südafrika. Wir tun dies mit dem festen Vorsatz, bis zu unserem nächsten Besuch nicht wieder 10 Jahre verstreichen zu lassen.

Tatsächlich waren wir dann in den folgenden Jahren noch öfter in Südafrika. Die entsprechenden Reiseberichte gibt es hier.

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