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bulletReisebericht Südafrika Februar 2001: Die Kleine Karoo

Oom Samie Se Winkel4. Tag
Stellenbosch - Montagu: 175 km


In aller Ruhe genießen wir noch einmal das ausgezeichnete Frühstück bei Rene und machen uns dann gegen 10:00 Uhr auf den Weg.

Bevor wir Stellenbosch endgültig verlassen, statten wir noch dem berühmten alten Krämerladen “Oom Samie Se Winkel" auf der Dorpstraat einen kurzen Besuch ab. Hier scheint die Zeit wirklich stehen geblieben zu sein.

In Worcester biegen wir links von der N1 ab und fahren zum dortigen botanischen Garten. Leider stellt sich heraus, dass der Hochsommer nicht unbedingt die geeignete Jahreszeit für einen Besuch ist. Zwar gibt es ein paar interessante Pflanzen zu sehen, aber der allgemeine Eindruck ist doch eher etwas trostlos. Vielleicht sollte man besser im Frühjahr hierher kommen.

Die Kingna Lodge in MontaguWir düsen weiter und erreichen um 13.30 Uhr Montagu, eine nettes Städtchen in der Kleinen Karoo. Zunächst suchen wir uns erst einmal etwas zum Lunchen. Bei Preston’s auf der Bath Street, der Hauptstraße von Montagu, finden wir ein schönes Plätzchen auf der Gartenterrasse. Die Karte bietet einige phantasievolle Kleinigkeiten, genau das Richtige für einen leichten Lunch. Hier hätten wir auch gerne mehr probiert.

Anschließend fahren wir ein paar Meter die Straße runter zu unserer heutigen Unterkunft, der Kingna Lodge (ZAR 315 Person/Nacht). Hierbei handelt es sich um ein sehr stilvolles, viktorianisches Haus, vollgestopft mit Antiquitäten. Hier haben schon Nelson Mandela und Frederik de Clerk übernachtet. Eigentlich stehen wir ja gar nicht auf diesen Stil, aber hier wollten wir es einfach mal ausprobieren, zumal das Kingna Lodge mit einem ausgezeichneten 5-Gänge-Menue wirbt.

Was wir nicht wussten, ist, dass die Küche mittwochs und sonntags geschlossen hat. Da heute Mittwoch ist, sind wir natürlich entsprechend enttäuscht und geben das auch Szenerie am Lover's Walkdeutlich zu verstehen. Kurz darauf klingelt das Telefon in unserem Zimmer, und man teilt uns mit, dass andere Gäste ebenfalls an dem Dinner heute abend interessiert wären, und man das Restaurant für uns öffnen wird. Na bitte, geht doch!.

Nun ist es aber Zeit für unsere erste Wanderung in diesem Urlaub. Von unserer Unterkunft ist es nicht weit bis zum Startpunkt eines Wanderweges mit dem schönen Namen “Lover’s Walk”. Der abwechslungsreiche Weg führt durch eine Schlucht, wobei mehrmals ein kleiner Fluss auf Steinen balancierend überquert werden muss. Ich stelle mich dabei nicht ganz so geschickt an wie Elke und muss in Kauf nehmen, dass meine schönen neuen Wanderschuhe über und über mit Schlamm bespritzt sind.

Nach gut einer Stunde können wir nicht mehr ausmachen, wo der Weg weiterführt, und wir beschließen, denselben Weg wieder zurückzugehen. Am Ausgangspunkt erwartet uns dann noch eine Überraschung in Form einiger riesiger Landschildkröten. Zwei davon bemühen sich gerade um die Arterhaltung. Sieht man auch nicht alle Tage.

Die Schildkröten-NummerZurück in der Kingna Lodge erfahren wir, dass sie anderen Gäste für das Abendessen wieder abgesagt hätten, man aber trotzdem für uns beide alleine öffnen könne. Wir haben allerdings wenig Lust darauf, alleine in einem Restaurant zu sitzen, und lehnen dankend ab.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir allein und ungestört am Pool. Abends laufen wir dann die paar Schritte zu Preston’s, wo wir ja schon zum Lunch waren. Ohne Reservierung können wir allerdings nur den “Katzentisch” bekommen. Wir setzen uns erst mal hin, aber der Platz ist zugig und total ungemütlich. So haben wir uns unser Dinner nun wirklich nicht vorgestellt. Also stehen wir auf und gehen wieder.

Im Kingna Lodge hatte man uns noch Jessica’s Restaurant, am anderen Ende der Bath Street empfohlen. Dort haben wir dann Glück und bekommen einen schönen Tisch ohne Reservierung. Das Essen ist phantastisch. Das Springbock-Filet, das ich als Hauptspeise wähle, gehört zu dem zartesten und leckersten Fleisch, dass ich jemals gegessen habe. Alleine hierfür würde es sich lohnen, einmal wieder in Montagu vorbei zu schauen. Günstig ist der Spaß auch noch. Für eine geteilte Vorspeise, Hauptgerichte, eine Flasche Merlot und Irish Coffe hinterher zahlen wir umgerechnet rund 30 €.



5. Tag:
Montagu - Oudtshoorn: 330 km


Szenerie am Lover's WalkDas Frühstück in der Kingna Lodge ist ziemlich enttäuschend. Bei dem Übernachtungspreis (der mit Abstand höchste unserer ganzen Reise) hätten wir uns hier doch einiges mehr erwartet. Noch einmal würden wir hier sicherlich nicht übernachten.

Wir checken aus und fahren zu den Montagu Springs, heiße Quellen, in einer schönen ,von hohen Felsen umgebenen Anlage (Eintritt 20 ZAR). Hier kann man herrlich relaxen. Gegen Mittag machen wir uns dann auf die Weiterreise. Im Supermarkt in Montagu besorgen wir uns noch etwas zu essen, und fahren dann in ca. 3 Stunden bis nach Oudtshoorn.

Einzige nennenswerte “Sehenswürdigkeit” auf der recht einsamen Strecke ist ein Pub an der R62, der den irreführenden Namen “Ronnie’s Sex Shop trägt”. Wie man in dieser gottverlassenen Gegend einen Pub betreiben kann, ist uns ein Rätsel. Wir gehen der Frage jedoch nicht näher auf den Grund, sondern begnügen uns mit einem kurzen Fotostopp.

Szenerie am Lover's WalkIn Oudtshoorn fahren wir zunächst zu unserem Bed & Breakfast, dem Shades of Africa (ZAR 220 Person/Nacht). Es handelt sich um ein separates Guesthouse mit 5 sehr schönen, jeweils unterschiedlich im afrikanischen Stil eingerichteten Zimmern. Wir sind auf Anhieb begeistert. Da kein Zimmer belegt ist, haben wir die freie Auswahl.

Oudtshoorn ist das Zentrum der Straußenzucht in Südafrika, und diese Tiere werden hier in allen erdenklichen Formen vermarktet. Zu einem Muss gehört sicherlich der Besuch einer Straußenfarm, wo man auf einer geführten Tour alles Wissenswerte über diese überaus interessanten Tiere erfahren kann. Da wir eine solche Farm hier aber bereits auf unserer ersten Südafrika-Tour vor 10 Jahren besichtigt haben, verzichten wir diesmal darauf. Auch die zweite Hauptattraktion, die ca. 30 km außerhalb der Stadt gelegenen Tropfsteinhöhlen “Cango Caves” kennen wir bereits.

Wir beschließen daher, zu einem in der Nähe der Cango Caves gelegenen Wasserfall zu fahren. Nach einem kleinen Zwischenstopp in der Innenstadt fahren wir auf der R328 Richtung Cango Caves und biegen nach 22 km rechts ab, der Beschilderung “Rus en Frede Waterfalls” folgend. Die nächsten 11 km sind eine ziemlich schlechte Schotterpiste, dann erreichen wir ein bewachtes Gate, wo wir ZAR 10 für Eintrittsgebühr für die Zufahrt zu den Wasserfällen entrichten müssen. Mittlerweile ist es bereits 16:20 Uhr und das Gate schließt um 17:00 Uhr. Uns bleibt also nur wenig Zeit für den Wasserfall, den wir nach weiteren 2 km Fahrt und 400 m Fußweg endlich erreichen.
Rus en Frede Waterfalls
Der Wasserfall ist zwar schön anzuschauen, aber nicht sehr beeindruckend. Übereinstimmend sind wir der Meinung, dass es sich hierfür nicht gelohnt hat, den weiten und teilweise mühevollen Weg hierhin zu fahren.

Wieder zurück in Oudtshoorn machen wir erst mal Station am Pick’n Pay und füllen unsere Wasservorräte auf. Pick’n Pay ist eine große Supermarktkette in Südafrika (vermutlich die größte), wo das Einkaufen so richtig Spaß macht. Die Läden sind ähnlich großzügig und gut sortiert, wie man es von den Supermärkten in den USA gewohnt ist.

Zurück im Shades of Africa stellen wir fest, dass wir mittlerweile Nachbarn bekommen haben. Es handelt sich um ein deutsche Paar aus Mainz, mit denen wir erst einmal eine Stunde ausgiebigen Erfahrungsaustausch betreiben. Gegen 20:00 Uhr fahren Elke und ich mit dem Auto in die Innenstadt, und essen in einem österreichischen Restaurant, “Bernard’s Taphuis”, zu abend. Wir bekommen einen schönen Platz auf der Terrasse im 1. Stock. Spezialität ist hier – wie könnte es anders sein – alles, was sich aus Straußenfleisch zubereiten lässt. Wir nehmen die “Variationen vom Strauß” (Medaillon und Stroganoff), dazu eine Flasche Merlot und zum Abschluss die “Sweet Combinations”. Lecker, aber nicht so gut wie am Abend zuvor in Montagu, und verhältnismäßig teuer.

Im Shades of Africa sitzen wir dann im Aufenthaltsraum noch eine Stunde mit den Mainzern zusammen. Zwischendurch kommt auch noch Leon, der Besitzer, für ein kleines Schwätzchen vorbei.

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