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bulletReisebericht Westen der USA  - Tag 5, Dienstag, 04. Oktober 2011

Chinle, AZ - Monument Valley, UT
Gefahren: 183 Meilen / 293 km - gesamt 991 Meilen / 1586 km
Wetter: bewölkt, zeitweise Regen, 68°F/ 20°C

 


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Welcome to UtahDa wir dem Best Western Restaurant keine zweite Chance geben möchten, fahren wir zum Frühstück ins Holiday Inn. Das Restaurant dort ist viel gemütlicher, der Service professionell und das Frühstück sehr lecker. Die Huevos Rancheros kann ich wärmstens empfehlen. Man hätte aber auch das Frühstücksbuffet für 8,95 $ wählen können. Auch die Hotelanlage macht einen schöneren Eindruck und ist auf jeden Fall ruhiger, da abseits des Ortes, gelegen. Dafür ist es aber auch noch teurer als das Best Western.

Gestern noch waren die Wetteraussichten für das Monument Valley hervorragend, heute Morgen sieht das auf der Homepage des Weather Channels wesentlich schlechter aus. Na ja, schaun wir mal, ändern können wir es eh nicht.

Unterwegs regnet es schon mal heftig, aber als wir das östlich von Mexican Hat gelegene „Valley of the Gods“ erreichen, scheint zunächst die Sonne. Wir biegen auf die 17 Meilen lange Valley of GodsSchotterpiste ab, die auf einem Rundweg an einigen sehenswerten Felsformationen vorbei führt. Natürlich nicht so beeindruckend wie das Monument Valley, aber ganz nett anzuschauen. Sorgen bereitet uns nur der Himmel, der sich völlig zugezogen hat und Regen befürchten lässt.

Nachdem wir wieder die Asphaltstraße erreichen, ist es nur ein kurzes Stück bis zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Gooseneck State Park. Hier gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man die in den Sandstein eingeschnittenen Mäander des San Juan Rivers bestaunen kann.

Ebenfalls bestaunen können wir eine große Anzahl riesiger Wohnmobile, die hier übernachtet haben und offensichtlich eine Gruppe bilden. Jedes dieser Monster-RVs hat die Ausmaße eines Busses und zieht noch ein Zweitfahrzeug von ebenfalls nicht unerheblicher Größe hinter sich her.

Gooseneck State ParkParade der Monster-RVs
















Mexican HatKurz vor Mexican Hat lichten wir noch den Felsen ab, dem der Ort seinen Namen verdankt. Sieht wirklich aus wie ein großer Sombrero. Tanken in Mexican Hat ist leider kein billiger Spaß. So ist das nun einmal, wenn man keine Konkurrenz befürchten muss.

Wenig später erreichen wir die Zufahrt zum Monument Valley. Statt der Bretterbuden, die früher hier standen, haben die Navajos nun ein modernes Shopping Center errichtet, wo sie ihre Waren den Touristen anbieten.

Für die Zufahrt zum Monument Valley sind 5 $ pro Person zu entrichten. Seit einigen Jahren gibt es ein Hotel im Valley, „The View“. Hier haben wir für heute Nacht ein Zimmer reserviert. Mit rund 250 $ die Nacht wahrlich kein billiges Vergnügen, aber sicher ein einzigartiges Erlebnis, denn von jedem Zimmer hat man einen tollen Blick auf das Monument Valley. Voraussetzung für einen ungetrübten Genuss des Sonnenuntergangs und Sonnenaufgangs ist natürlich, dass diese überhaupt scheint. Und das tut sie heute leider nicht. So ein Pech!
Verkaufsstand im Monument Valley
Da es zum Einchecken noch zu früh ist, begeben wir uns erst einmal auf den 17 Meilen langen „Valley Loop Drive“, der an den interessantesten Felsformationen vorbei führt. Es handelt sich um eine unbefestigte Sand-/Schotterpiste, auf der wir ziemlich durchgerüttelt werden. Wir sind jedenfalls sehr froh, dass wir keinen normalen PKW fahren, sondern ein „High Clearance Vehicle“. Grundsätzlich aber ist es auch durchaus mit einem normalen PKW möglich, die Piste zu bewältigen.

Wer die Strecke nicht mit dem eigenen Auto fahren möchte, kann sich natürlich auch einer der zahlreichen geführten Touren anschließen, die auch zu Stellen außerhalb des offiziellen 17 Mile Drive führen und nur von Navajo-Führern angesteuert werden dürfen.

An den diversen Aussichtspunkten befinden sich natürlich auch wieder die unvermeidlichen Verkaufsstände der Navajos. Meine Sandsturm im Monument Valley Frau fühlt sich verpflichtet, die einheimische Bevölkerung zu unterstützen und betreibt eifrig Tauschhandel: Dollars gegen Schmuck. Ein Armband und eine Kette sollen es sein ausgezeichnet mit jeweils 25 $ und 15 $. Elke fragt die Navajo-Frau, was die Teile denn kosten sollen, wenn sie beide nimmt. Umständlich tippt diese nun einige Zahlen in ihren Taschenrechner und präsentiert uns dann das Ergebnis: 40 $.

Nun kennen wir zwar das Ergebnis von 25+15, aber was ist nun mit dem von uns gewünschten Mengenrabatt? „That’s fine“, sage ich, „but how about a discount?“ Wieder wird der Taschenrechner bemüht und endlose Zahlenkolonnen eingetippt, bis wir das Ergebnis präsentiert bekommen: 35 $. Schon irgendwie befremdlich, einem erwachsenen Menschen zu begegnen, der 40 minus 5 nicht im Kopf rechnen kann.

Die Fahrt durchs Monument Valley ist ohne Frage toll bei Sonnenschein, macht aber bei bedecktem Himmel und zeitweise Regen nur bedingt Spaß. Als auch noch ein kleiner Sandsturm aufkommt, sehen wir zu, dass wir ins Hotel kommen.

Monument Valley im AbendlichtDie Zimmer sind geräumig und geschmackvoll eingerichtet. Natürlich hat jedes Zimmer einen Balkon mit Blick auf das Valley. Wir vertreiben uns die Zeit mit Reisebericht, Fitnessraum und Lesen und hoffen, dass der Regen wieder aufhört. Und welch ein Glück: pünktlich zum beginnenden Sonnenuntergang lichtet sich der Himmel etwas, und die Sonne kommt durch, so dass wir doch noch einige schöne Aufnahmen machen können. 

Zum Abendessen gehen wir ins Hotelrestaurant. Andere Alternativen gibt es hier schließlich nicht. Wir entscheiden uns beide für typische Navajo-Gerichte. Elke nimmt den Navajo-Taco und ich ein Green Chili Stew mit Navajo Fry Bread. Obwohl das Restaurant sehr voll ist, dauert es kaum 10 Minuten, bis wir das Essen serviert bekommen. Schmeckt alles sehr lecker und ist preislich absolut im Rahmen. Schön, dass man hier die Monopolstellung nicht ausnutzt, und bei den Essenspreisen so richtig zuschlägt. Da wir uns auf Navajo-Land befinden, wird auch hier kein Alkohol verkauft.

Zurück auf unserem Zimmer genehmigen wir uns dann einen Absacker aus eigenen Vorräten. Draußen prasselt heftiger Regen nieder, und wir fragen uns besorgt, ob das morgen mit dem Sonnenaufgang was gibt.

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