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8. Tag - Von Isla Mujeres nach Merida Die ersten Meter mit dem Käfer sind ziemlich ernüchternd. Ein Auto mit so wenig Komfort waren wir seit zwanzig Jahren nicht mehr gefahren. Ich komme mir vor wie in der ersten Fahrstunde, wenn ich ruckelnd anfahre. Wir nannten den Wagen später dann liebevoll "Hoppelchen", nachdem wir durch einen Ort gleichen Namens gefahren waren. Der Wagen hat noch nicht einmal Automatik-Gurte, von Airbags ganz zu schweigen. Dafür ist er ungeheuer laut und hat einen riesigen Wendekreis. Im Laufe der Tour gewöhnten wir uns zwar an die Kiste; ich kann aber nur jedem raten, der eine größere Tour durch Mexiko plant, sich ein "richtiges" Auto zu mieten. Unser heutiges Ziel ist Merida, die Hauptstadt Yucatans, etwa 300 km von Cancun entfernt. Wir haben vor, diese
relativ lange Strecke auf der gebührenpflichtigen Autobahn zurückzulegen, um möglichst schnell ans Ziel zu gelangen. Dummerweise haben wir die Hinweisschilder falsch gedeutet und landen stattdessen auf der
Landstraße nach Merida. Trotz des geringen Verkehrs kamen wir wegen der vielen Ortsdurchfahrten nur auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von höchstens 50 km/h. Eine mexikanische Besonderheit sind die sogenannten
"topes". Hierbei handelt es sich um teils sehr heftige Bodenschwellen, die einen vor und innerhalb der Ortschaften recht unsanft auf Schritttempo
herunterzwingen. Wer hier nicht aufpaßt, riskiert ernste Schäden am Auto. Kurz vor Valladolid machen wir Mittagspause an einer kleinen Hacienda, wo wir eine leckere
Limonensuppe mit Hühnchenfleisch und Tortilla-Streifen bekommen. Bei dieser Gelegenheit werden wir durch bettelnde Kinder daran erinnert, daß wir uns in einem Land der dritten Welt befanden. Eine
Tatsache, die man in der luxuriösen Umgebung von Cancun leicht vergißt. Ähnliche Erlebnisse bleiben uns jedoch im weiteren Verlauf der Reise erspart. Immer wieder wird uns allerdings vor
Augen geführt, wie gut es uns doch geht. Zwischen den Dörfern kommen wir nicht selten an Behausungen wie diesen vorbei. Bei Valladolid nutzen wir dann die Gelegenheit und wechseln auf
die Autobahn. Dort ist ungefähr soviel los, wie bei uns an den autofreien Sonntagen während der Ölkrise. Für 70 Pesos (13 DM) dürften wir mit Höchstgeschwindigkeit (120 km/h) nach Merida brausen. Die Orientierung in dieser alten Kolonialstadt fällt uns dank der schachbrettartig angelegten Straßen nicht schwer, und um 16.30 Uhr erreichen wir unser Hotel, das Fiesta Americana . Ein Bell Boy kümmert sich um unseren Wagen und bringt uns das Gepäck aufs Zimmer. Danach erholen wir uns am Swimming- und Whirlpool von den Strapazen des Tages und genießen das luxuriöse Ambiente des besten Hotels in Merida. Den Abend läuten wir mit einem Margarita an der Hotelbar ein. Erfreulicherweise sind die Preise für ein Hotel dieser Kategorie sehr moderat, der Drink kostet knapp 5 DM. Anschließend unternehmen wir einen Bummel durch die Ladengalerie, die sich im unteren Stockwerk des Hotels befindet. Da es mittlerweile ziemlich stark zu regnen begonnen hat, fällt die Erkundung der Umgebung des Hotels buchstäblich ins Wasser. Gegenüber dem Hotel entdecken wir dann ein Restaurant mit yukatekischen Spezialitäten, das einen guten Eindruck macht. Dieser bestätigt sich dann auch in Form eines sehr schmackhaften Abendessens.
9. Tag - Merida In einer Seitenstraße fällt uns eine Menschentraube auf, die sich vor einem Geschäft mit
Karnevalsartikeln drängt. Wird auch höchste Zeit, sich jetzt mit einem Kostüm einzudecken, denn die tollen Tage stehen unmittelbar bevor. Etwas wehmütig denken wir an unsere rheinische Heimat, wo
die Post dieses Jahr ohne uns abgeht. Aber ein Urlaub in Yucatan ist bestimmt keine schlechte Alternative. Besonders interessant ist der große Markt, den wir uns zum Schluß ansehen. Ein exotisches Spektakel, das man sich nicht
entgehen lassen sollte. Hier versorgen wir uns spottbillig mit Obst, das uns nach dem opulenten Frühstück als Mittagessen vollkommen genügt. Da wir uns mittlerweile ziemlich müde gelaufen haben, nehmen wir
zurück zum Hotel einen Bus. Den Nachmittag verbringen wir am Hotelpool.
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