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11. Tag: Ballito – Underberg
Beim Bezahlen erfahren wir auch, was unser privates Dinner gekostet hat. Umgerechnet rund 50 € alles zusammen. Schalentiere haben halt auch in Südafrika ihren Preis, aber für europäische Verhältnisse ist das natürlich immer noch sehr günstig. Wir waren jedenfalls der Meinung, dass der Abend sein Geld wert war. Über die landschaftlich sehr schöne R 614 fahren wir bis Pietermaritzburg. Dort verfahren wir uns ein wenig und müssen etwas suchen, bis wir die Straße Richtung Edendale finden. Über die R 617 geht es dann nach Underberg. Gesamte Fahrtzeit von Ballito knapp 4 Stunden.
Nachdem es etwas gestürmt und geregnet hat, klart das Wetter auf und wir genießen den herrlichen Ausblick, der sich uns von unserer Terrasse in der Abendsonne bietet. Auf Karin’s Empfehlung fahren wir abends nach Himesville, wo es im Himesville Arms angeblich die besten Steaks von Südafrika geben soll. Leider haben wir etwas Pech, denn unsere Steaks sind nicht medium, sondern durchgebraten. Der Preis ist allerdings unschlagbar: umgerechnet 4 € für ein 300 g Filetsteak mit sämtlichen Beilagen. Insgesamt zahlen wir für eine geräucherte Forelle als Vorspeise, 2 Filetsteaks und 2 Glas Rotwein ZAR 118,50, also rund 12 €.
Heute erwartet uns ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch. Da wir die ersten sind, können wir ihn noch im Ursprungszustand fotografieren. Bald sind auch die anderen Gäste da, und wir sitzen wie eine große Familie um den Tisch und lassen uns besonders den selbstgemachten Käse schmecken. Heute morgen lernen wir auch den Herrn des Hauses kennen. Punch ist ein netter Kerl und ebenfalls sehr um unser Wohlergehen bemüht. Unsere Frühstücksrunde besteht aus einem weiteren n deutschen Ehepaar, 2 jungen deutschen Frauen und einem südafrikanisches Ehepaar (natürlich Weiße). Um auch diese “Exoten” mit in die Unterhaltung einzubeziehen führen wir unsere Gespräche überwiegend auf englisch. Gerne hätten wir das Frühstück noch ein wenig ausgedehnt. Da unsere Tour aber um 09:00 Uhr startet, müssen wir zeitig aufbrechen.
Während der Fahrt und des gemeinsamen Mittagessens ergibt sich die Gelegenheit zu interessanten Gesprächen. Wir erfahren einiges über die Probleme im Land. Vieles hat sich für die weißen (aber auch die schwarzen) Bewohner verschlechtert, seit dem Ende der Apartheid. Es fließt wesentlich weniger Geld in den Aufbau der Infrastruktur. An den Schulen und Straßen z.B. wird kaum noch etwas gemacht. Auslandsurlaub ist für Südafrikaner aufgrund des Verfalls der Landeswährung nahezu unerschwinglich geworden. Es ist uns fast peinlich zugeben zu müssen, dass Südafrika gerade aus diesem Grund für uns ein so preiswertes Reiseziel ist.
Wieder werden unsere Pässe kontrolliert, während sich an unserem Auto einige Kinder einfinden, die auf etwas Geld hoffen. Der Anblick dieser Kinder ist zunächst einmal schockierend. Lediglich mit Gummistiefeln bekleidet und in Wolldecken eingehüllt müssen sie den unwirtlichen Bedingungen hier oben trotzen. Es weht ein scharfer Wind, aber wenigstens ist es heute verhältnismäßig warm. Nicht auszudenken, wie es hier nachts oder gar im Winter sein muß. Es ist schon unvorstellbar, unter was für Bedingungen die Menschen hier leben. Un Draußen macht ein alter Mann etwas Musik und die Kinder tanzen dazu. Natürlich wird auch für diese Darbietung ein kleiner Obulus erwartet, den wir gerne entrichten. Die paar Rand, die die Touristen hier lassen, dürften wahrscheinlich die einzigen Verdienstmöglichkeiten der Menschen hier oben sein. Zum Mittagessen fahren wir ins Sani Top Chalet, dem höchsten Pub in Afrika. Hier gibt es sogar Glühwein (original so geschrieben). Sehr zu empfehlen hier oben ist die Forelle, sei es in geräucherter oder gegrillter Ausführung.
Unsere Unterkunft, die Caley Lodge , befindet sich postalisch in Winterton. Tatsächlich sind es von dort aber noch 25 endlose Kilometer, bis wir dort endlich – bereits im Dunkeln - ankommen. Ohne detaillierte Wegbeschreibung, die man uns zugemailt hatte, hätten wir diesen Platz im Nirgendwo der Drakensberge niemals gefunden. Hier haben wir uns für die letzten drei Nächte einquartiert. Nicht ganz billig der Spaß. Die Übernachtung mit Halbpension kostet pro Person am Osterwochenende 465 Rand. Wir haben etwas Schwierigkeiten, unser Zimmer zu finden und landen erst einmal bei den Personalunterkünften. Elke muß Reisauß vor einem großen Dalmatiner nehmen, der laut bellend auf sie zugelaufen kommt. Endlich finden wir unser Zimmer, von dem wir sehr angetan sind. Separates Wohn- und Schlafzimmer, dazu eine große Terrasse. Auch das mehrgängige Abendessen im stilvoll eingerichteten Speisesaal finden wir an diesem Abend ganz o.k. Da es sich an den beiden folgenden Abenden jedoch mehr oder weniger wiederholt und auch qualitativ abfällt, sind wir unter dem Strich von der Küche sehr enttäuscht. Bei den Preisen hatten wir einfach mehr erwartet. Aus diesem Grund würden wir die Caley Lodge sicherlich nicht noch einmal buchen.
Beim Aufwachen sind wir etwas enttäuscht. Das Wetter scheint heute nicht mitzuspielen, es ist ziemlich zugezogen. Nach dem Frühstück wird es aber heller, und wir fahren in die Central Drakensberg Region zu einem Wandergebiet mit dem Namen Monks Cowl. Dort angekommen, zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite. Wieder erleben wir, wie schnell sich die Wetterverhältnisse in den Bergen ändern können. Wir unternehmen eine wunderschöne dreistündige Wanderung. An den grünen Bergen kann man sich einfach nicht sattsehen. Es ist manchmal nicht ganz einfach, mit Worten zu beschreiben, was man so sieht. Deswegen hier einfach mal ein paar Bilder, die hoffentlich ein paar Eindrücke von der grandiosen Natur vermitteln, die wir in den Drakensbergen vorgefunden haben.
Im nahegelegenen monänden Drakensberg Sun Hotel lassen wir uns auf der Terasse zu einer Erfrischung nieder. Wir hätten hier auch gerne etwas gegessen, aber es gibt nur ein Buffett, das ganz offensichtlich den Hotelgästen vorbehalten ist. Also fahren wir weiter und finden schließlich ein Golfhotel, wo auch Nicht-Gäste etwas zu essen bekommen. Gar nicht so einfach in den Drakensbergen, wo viel mit Halb- oder Vollpension läuft. Den Nachmittag verbringen wir gemütlich auf unserer Terasse. Zum ersten Mal können wir den herrlichen Ausblick genießen, der sich uns hier bietet.
14. Tag: Drakensberge
Über den Oliviershoek Pass fahren wir bis nach Harrismith, der größten Stadt in der Umgebung. Auch hier überall Schlangen vor den Geldautomaten, aber nicht ganz so lang. Nach 20 Minuten Anstehen komme ich endlich an das nun doch dringend benötigte Bargeld, denn der Tankanzeiger zeigt nun allmählich Richtung “empty”. Wir fahren wieder zurück über den Oliviershoek Pass und dann Wir raffen uns dann doch zu einem kleinen Walk auf, der uns auf meist schattigem Weg zu den Cascades führt, wo wir uns im kühlen Wasser etwas erfrischen können. Beim Verlassen des Parks begegnen uns noch ein paar Baboons, die wir aus nächster Nähe fotografieren können. Zu weiteren Aktivitäten haben wir keine Lust mehr. Wir fahren zurück zur Caley Lodge und lassen den Tag faul auf unserer Terrasse ausklingen.
15. Tag
Unser Flug geht erst abends um 21:00 Uhr. Wir haben also reichlich Zeit für die gut 450 km bis Johannesburg, die wir problemlos auf der Autobahn N3 zurücklegen. In dem ca. 50 km vor Johannesburg gelegenen Ort Heidelberg besuchen wir noch ein Transportmuseum, dass wir erst nach einigem Suchen finden . Alte Züge, Autos und Motorräder gibt es hier zu besichtigen. Nicht sehr aufregend, aber irgendwie müssen wir ja die Zeit totschlagen. Gegen 17:00 Uhr erreichen wir dann den Flughafen von Johannesburg. Nachdem wir eingecheckt haben, gehen wir in das am Airport gelegene Interconti Hotel zum Abendessen. Hier ist es angenehmer, als in den vollen und lauten Flughafenrestaurants. Auf dem Weg zum Gate nutzen wir noch ein paar Gelegenheiten zum Einkaufen. Dann geht’s auch schon los Richtung Heimat. The End... Lust auf mehr Südafrika? Unsere anderen Südafrika-Reiseberichte findet Ihr hier:
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