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1. Tag, Freitag, 31.10.03
Die 11 Stunden Nachtflug mit der KLM von Amsterdam direkt nach Kapstadt vergehen dank einiger Stunden Schlaf recht schnell . Der Anflug über die Kaphalbinsel gestaltet sich zu einer richtigen Sightseeing-Veranstaltung. Der Pilot lässt die Anschnallzeichen bis wenige Minuten vor der Landung ausgeschaltet, um auch den Passagieren auf der „falschen Seite“ die Möglichkeit zu geben, einen Blick auf die grandiose Kulisse zu werfen. Wir haben Glück und können alles ganz genau sehen, da wir auf der linken Seite sitzen und ein Fensterplatz haben. Wir fühlen uns direkt wie zuhause, denn das, was wir nun aus der Vogelperspektive sehen, haben wir bei unseren früheren Besuchen schon mit dem Auto abgefahren.
Über die N2 fahren wir nach Somerset West und dort zum Weingut Vergelegen. In der schönen weitläufigen Anlage kommen wir endlich zu ein wenig Bewegung nach der stundenlangen Sitzerei. Vergelegen ist irgendwie anders als viele der Weingüter, die wir bereits gesehen haben. Wenn man - so wie wir - nur das Haupthaus besichtigt, hat man das Gefühl, dass der Wein eher eine nebensächliche Rolle spielt und das Hauptaugenmerk der Botanik gilt. Besonders beeindruckt sind wir von dem wunderschönen Rosengarten und dem hohen Schilf, dass wir in dieser Größe noch nirgends gesehen haben. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, eine - wie wir gehört haben - sehr interessanteTour in die Weinberge und -keller zu machen.
Gegen Mittag erreichen wir das quirlige Küstenstädtchen Hermanus und beziehen unser gemütliches Zimmer im La Fontaine Guesthouse. Der Hunger treibt uns zum Auberge Burgundy, wo wir draußen einen Platz für einen light Lunch ergattern. Mit einem deutschen Ehepaar, dass sich zu uns an den Tisch setzt, ergibt sich direkt eine sehr angenehme Unterhaltung. Die beiden kommen aus Bottrop, was schon ein erstaunlicher Zufall ist, denn für den Abend sind wir zum Dinner ebenfalls mit einem Paar aus Bottrop verabredet.
Zum Abendessen treffen wir uns mit Sabine und Christoph aus Bottrop in Ken’s Restaurant. Der Kontakt war über meine Homepage entstanden, und da wir zufällig zur gleichen Zeit am Kap unterwegs sind, bietet sich die Gelegenheit natürlich für ein Kennenlernen an. Wir verbringen einen netten Abend bei hervorragendem Essen in gepflegtem Ambiente. Den Absacker nehmen wir im Zebra, einer etwas zu lauten – Kneipe um die Ecke. Kaum dass wir in unsere Unterkunft zurückgekehrt sind, fängt es heftigst an zu regnen. Todmüde fallen wir nach diesem langen Tag ins Bett.
2. Tag, Samstag, 01.11.03
Es regnet zwar nicht mehr, doch der Himmel ist wolkenverhangen. Bei kühlen 14 Grad frieren wir uns auf der Terrasse beim Frühstück den Arsch ab. So haben wir uns das eigentlich nicht vorgestellt. Entschädigt für das trübe Wetter werden wir anschließend beim Whale Watching. Von den Klippen aus beobachten wir 5 Wale, die sich unweit der Küste tummeln. Es ist faszinierend, diese Tiere aus allernächster Nähe beobachten zu können. Teilweise beträgt der Abstand zwischen uns und den Walen nur rund 15 m. Das faszienierende Schauspiel hält uns gut eine Stunde in seinem Bann. Auch Sabine und Christoph treffen wir bei dieser Gelegenheit hier zufällig wieder.
Zurück in Hermanus unternehmen wir noch einen kleinen Bummel durch den Ort. Leider haben die Geschäfte am Samstag Nachmittag schon geschlossen, so dass wir bald in unsere Unterkunft zurückkehren und uns eine späte Siesta gönnen. Zum Abendessen haben wir einen Tisch im Auberge Burgundy reserviert. Auf dem Weg dorthin kommen wir zufällig an einem schnuckeligen Restaurant namens Annie se Kombuis (Warrington Place, Harbour Road) vorbei, das einen sehr einladenden Eindruck auf uns macht. Da wir gehört hatten, dass der Besitzer im Auberge Burgundy seit unserem letzten Besuch gewechselt hat, und es dort nicht mehr so gut sein soll, lassen wir unsere Reservierung kurzentschlossen sausen und kehren bei Annie se Kombuis ein. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt. Das Restaurant ist sehr gemütlich und die Bedienung zuvorkommend und freundlich. Auch das Essen ist sehr lecker. Wir nehmen Fischsuppe und den linefish (Fisch des Tages), was heute Musslecracker ist. Sehr zu empfehlen ist der Irish Coffee, den ich selten besser bekommen habe. Einschließlich einer Flasche Weißwein und Trinkgeld beläuft sich unsere Rechnung auf 248 Rand, was zum aktuellen Wechselkurs ca. 30 € entspricht. Mit der Rechnung bekommen wir noch einen Amarula (Elke) und Portwein (Patrick) auf Kosten des Hauses serviert. Ein durchaus empfehlenswertes Restaurant: keine Haute Cuisine, aber leckeres Essen zu zivilen Preisen.
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