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3. Tag – Kapstadt - Stellenbosch Heute frühstücken wir im Hotel. Was für ein Unterschied zu unserem gestrigen beschaulichen Frühstück an der Waterfront! Der Speisesaal ist voll mit Reisegruppen, und es geht laut und hektisch zu. Das Frühstücksbuffet (ZAR 65 pro Person) entschädigt zum Glück für die ungemütliche Atmosphäre.
Wir laden erst einmal unser Gepäck ein und fahren hinauf zum Signal Hill, von dem man einen schönen Ausblick auf Kapstadt und den gegenüberliegenden Tafelberg hat. Als wir wieder bei AVIS vorfahren, ist unser Ersatzreifen mittlerweile eingetroffen, und wir können uns endgültig auf den Weg machen. Wir begeben uns auf die N2 und biegen kurz vor Somerset West auf die R44 Richtung Stellenbosch ab. Etwa 5 km vor Stellenbosch liegt linkerhand das Weingut Blauwklippen, dem wir einen kurzen Besuch abstatten. Besonders viel zu sehen gibt
es allerdings nicht, und zu einer Weinprobe haben wir angesichts der heißen Mittagstemperaturen auch keine Lust. Es gibt
allerdings ein schattiges Terrassen-Restaurant, wo man schön zu Mittag essen kann. Für uns allerdings kein Thema, da wir noch satt vom Frühstück sind. In Stellenbosch besorgen wir uns in einem Supermarkt ein paar Flaschen Wasser, etwas Obst und Gebäck und fahren anschließend zu unserer Bed & Breakfast-Unterkunft, dem Rusthuiz Guesthouse , (ZAR 230 Person/Nacht) einem sehr gepflegten Haus im viktorianischen Stil. Wir werden von zwei farbigen Angestellten begrüßt, die uns erklären, dass die Dame des Hauses zur Zeit nicht anwesend sei. Man serviert uns etwas zu trinken und holt sich telefonisch Anweisungen. Danach dürfen wir dann in unser Zimmer, von dem wir wirklich sehr angetan sind. Es ist sehr geräumig, gut ausgestattet und verfügt über einen riesigen Balkon, der nur leider völlig schutzlos der Sonne ausgeliefert ist. Wir holen erst einmal unser Gepäck, richten uns ein und verzehren unsere im
Supermarkt erstandenen Vorräte. Zwischenzeitlich erscheint auch Rene, die Besitzerin des Guesthouses, und heißt uns sehr nett willkommen. Hierbei wird un Zwar ist es nur ein knapper Kilometer bis ins Zentrum, aber wir entscheiden uns trotzdem, das Auto mitzunehmen. Zunächst besichtigen wir das Dorpmuseum (ZAR 10 Eintritt), das aus vier sehenswerten historischen Häusern aus der Zeit zwischen 1709 und 1850 besteht. Anschließend bummeln wir durch die Stadt, die heute leider nicht mehr so beschaulich wirkt, wie bei unserem letzten Besuch vor 10 Jahren. Kurzerhand entscheiden wir uns, noch einen Abstecher zum Weingut Lanzerac Manor zu unternehmen. Der Weg dorthin führt durch eine vornehme Villengegend und dann aus Stellenbosch heraus. Nach wenigen Kilometern erreichen wir die Einfahrt zu Lanzerac Manor, die durch ein verschlossenes Tor gesichert ist. Auf unser Klingeln hin wird jedoch ohne Nachfrage geöffnet.
Abends gehen wir zu Fuß in den Ort. Wir entscheiden uns für ein Restauarant, dass an der Ecke Dorp Street / Andriga Street liegt. Es ist zwar sehr gemütlich eingerichtet, aber das Essen ist allerhöchstens als durchschnittlich zu bezeichnen. Schade, hätten wir uns mal bei unserer Gastgeberin genauer nach empfehlenswerten Restaurants erkundigt.
4. Tag – Die 4-Pässe-Rundreise Wir beginnen den Tag mit einem gepflegten und leckeren Frühstück im Rusthuiz Guesthouse . Es gibt Cornflakes, Aufschnitt, Käse, Saft, gutes Brot, frisches Obst und auf Wunsch werden auch Eier frisch zubereitet. Wir sind sehr zufrieden. In Stellenbosch besuchen wir zunächst das Weingut De Bergkelder, wo wir um 10:30 Uhr an einer sehr empfehlenswerten zweisprachigen (deutsch / englisch) Führung (ZAR 10) teilnehmen. Man erfährt hierbei viel über die Geschichte des Weinanbaus in Südafrika, die verschiedenen Weinsorten und die einzelnen Produktionsstufen. Dabei besichtigen wir auch die Abfüllanlage und den in einen Berg gehauenen Weinkeller, in dem unzählige Flaschen des guten Traubensaftes lagern, teils sogar im Kundenauftrag. Der Höhepunkt ist die abschließende ausgedehnte Weinprobe. Hierbei wird so reichlich ausgeschenkt, dass wir uns stark zurückhalten müssen. Schließlich steht ja unser Auto vor der Tür.
Mit genau diesem fahren wir anschließend weiter durch das Weinanbaugebiet. Unser nächster Stopp ist das wirklich traumhaft
schöne Weingut Boschendahl. Auf einer großen Wiese kann man sich in gepflegter Umgebung zu einem stilvollen Picknick niederlassen, nachdem man sich in einem Pavillion einen Lunchkorb
(ZAR 65 p.P) gekauft hat. Das Verzehren mitgebrachter Speisen ist nicht gestattet. Uns ist es noch ein wenig zu früh für Lunch, aber beim nächsten Besuch werden wir hier bestimmt picknicken.
Wir fahren weiter nach Franshoek, einem kleineren und im Vergleich zu
Stellenbosch beschaulichen Weinort. Hier werden uns aber auch einmal wieder die südafrikanischen Gegensätze in besonders krasser Weise vor Augen geführt. Am Ortseingang befindet sich eine der typischen
heruntergekommenen Wellblech-Townships, in dem der Großteil der schwarzen Bevölkerung lebt. Ein Stückchen weiter hingegen passieren wir großzügig angelegte Villen. Größer können die Unterschiede kaum sein. Wir parken unser Auto am Straßenrand und bummeln ein wenig durch das Zentrum des Ortes, welches sich zu beiden Seiten der Durchgangsstraße befindet. In einem Straßencafe finden wir einen schattigen Platz und nehmen ein paar Sandwiches zu uns. Anschließend laufen wir noch bis zum Ende der Straße, wo sich das Hugenottendenkmal befindet. Über den landschaftlich sehr schönen Franschhoek-Paß fahren wir gemächlich weiter bis nach Grabouw. Hier sind wir für heute abend zum Grillen eingeladen sind; das Witzige daran ist, dass wir unsere Gastgeber noch gar nicht persönlich kennen. Das Internet macht’s möglich. Ich hatte Blieni vor einigen Wochen in einem Börsen-Board “kennengelernt” und erfahren, dass er in Südafrika wohnt. Als ich dann noch festgestellt hatte, dass sein Wohnort genau auf unserer Route liegt, lag es natürlich nahe, aus der virtuellen Bekanntschaft eine reale werden zu lassen.
Auf ihrem großen Grundstück haben sie mittlerweile zwei Häuser stehen, die “Villa Kunterbunt” und die “Lila Pause”. Villa Kunterbunt verfügt über mehrere Appartements, die an deutsche Feriengäste vermietet werden. Nähere Information gibt es unter www.blieni.de.
Gegen Mitternacht brechen wir dann nach herzlicher Verabschiedung von unseren neuen Freunden auf. Der reichlich genossene Alkohol zeigt bei mir nun doch allmählich Wirkung. Die Tatsache, dass Elke fährt, veranlaßt einen der aus Ostdeutschland stammenden Gäste zu der erstaunten Bemerkung “Was, Mutti fährt auch?” Er traute einer Frau wohl nicht zu, bei Linksverkehr fahren zu können. Blieni dirigiert uns noch bis zur Nationalstraße N2, die wir in der Dunkelheit alleine wohl nicht so einfach gefunden hätten. Eine halbe Stunde später sind wir zurück in Stellenbosch.
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