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Allgemeines zu Restaurants
Die gute Nachricht vorweg: verhungern wird man in den USA nicht. Fast an jeder Ecke findet man etwas zu Essen, oft 24 Stunden am
Tag. Grundsätzlich lassen sich die Restaurants in drei Kategorien unterteilen: Fast Food-, Family- und bessere Restaurants.
Die billigste Möglichkeit dem Hunger zu begegnen bieten zweifelsohne die Fast
Food-Restaurants. McDonald's und Burger King als bekannteste Vertreter dieser Gattung sind mittlerweile auch in Deutschland bestens bekannt. In den USA gibt es darüber hinaus jedoch noch eine ganze Reihe anderer
Ketten wie "Kentucky Fried Chicken", "Wendy's", "Jack in the Box", "Wienerschnitzel", "Arby's", "Taco Bell", um nur einige zu nennen. Der Vorteil dieser
großen Auswahl ist der Wettbewerb. So gibt es ständig irgendwelche "Special's", mit denen das ohnehin günstige Preisniveau unterboten wird.
Die sogenannten Family-Restaurants sind
ideal für Leute, die sich preisgünstig satt essen wollen und keinen Wert auf Gemütlichkeit legen. Die am weitesten verbreitete Restaurant-Kette dieser Art in den USA ist "Denny's". In diesen Restaurants
wird typisches amerikanisches Essen serviert (Burger, Chicken, Steaks...). Grosse kulinarische Erwartungen sollte man hier nicht hegen. Meistens verfügen diese Restaurants auch nicht über eine Alkohol-Lizenz, so
dass man auf den Wein oder dass Bier zum Essen verzichten muss. Family-Restaurants sind ideal zum Frühstücken.
Wer abends
Abwechselung sucht, etwas anspruchsvoller ist und ein paar Dollar mehr ausgeben kann, ist in einem " richtigen" Restaurant hingegen besser aufgehoben.
In den USA ist es nicht üblich, sich seinen
Platz im Restaurant selber zu suchen. Im Eingangsbereich befindet sich meistens ein Schild ("please wait to be seated"), dass einen anweist, auf einen Restaurant-Mitarbeiter zu warten, der einem einen
freien Platz zuweist. So wird sichergestellt, dass die Bedienungen gleichmäßig ausgelastet werden, da diese überwiegend vom Bedienungsgeld ("Tip") leben. Die meisten Restaurants sind mittlerweile übrigens
rauchfrei,
Meistens bekommt man unaufgefordert ein kostenloses Glas (Leitungs)Wasser serviert, von dem beliebig viel nachgeschenkt wird. Wem dies genügt, kann sich die Bestellung weiterer kostenpflichtiger
Getränke sparen. Unbedingt zu beachten ist, dass in den Preisen der Service nicht mit eingeschlossen ist. Ein "Tip" von mindestens 15 Prozent ist daher obligatorisch, bei sehr gutem Service darf es auch
ruhig etwas mehr sein. Die Rechnung erhält man meistens unaufgefordert und bezahlt diese entweder direkt bei der Bedienung (meist in den etwas besseren Restaurants) oder bei der Kasse am Ausgang ( fast immer bei den Family-Restaurants).
Frühstück
In den letzten
Jahren ist es auch in den USA immer mehr in Mode gekommen, zusätzlich zu der Übernachtung ein kleines Frühstück (continental breakfast) anzubieten. Der Regelfall ist jedoch noch immer die Übernachtung ohne
Frühstück, insbesondere in den Billig-Motels, wie z.B. "Motel 6". Wer nicht viel Geld ausgeben will, besorgt sich im Supermarkt etwas zu essen. Kaffee erhält man oft kostenlos an der Motel Rezeption, oder
man hat eine Kaffeemaschine im Zimmer. Billig Frühstücken kann man auch in den Fast-Food-Restaurants.
Eine gute Adresse fürs Frühstück sind, wie schon erwähnt, die Family-Restaurants. Wer noch keine
Erfahrung mit dem amerikanischen Frühstück hat, ist besonders bei "Denny's" gut aufgehoben, da man dort eine bebilderte Speisekarte bekommt. Das amerikanische Frühstück ist sehr üppig und hält recht lange
vor. Wer nach dem Aufstehen noch nicht zu viel essen kann und ohnehin noch eine längere Strecke fahren muss, sollte erst einmal ein bis 2 Stunden fahren und dann unterwegs frühstücken. Hauptbestandteil des
Frühstücks sind Eier, die man entweder als Rührei (scrambled), Spiegelei (sunny side up) oder von beiden Seiten gebraten (overeasy) ordern kann. Dazu gibt es Bratkartoffeln (fried potatoes) oder Röstis (hashbrowns)
und eine Fleisch Beilage: Würstchen (sausages), gebratener Speck (bacon) oder eine dicke Scheibe gebratener gekochter Schinken (ham). Beliebt sind auch Omeletts in den verschiedensten Variationen. Vervollständigt
wird das ganze durch eine Brot-Beilage, die man mit Marmelade als Nachtisch verzehrt. Zur Auswahl steht in der Regel Toast (weisser oder brauner) oder "English Muffin", am besten als getoastete
Brötchenhälfte zu umschreiben.
Das ganze spült man mit reichlich Kaffee herunter, wobei man nur die 1. Tasse bezahlen muss. Man bekommt dann unaufgefordert ständig nachgeschenkt und kann von den dünnen Zeug
trinken, soviel man will. Auch wer keine Eier mag, muss nicht verhungern. Beliebte Alternativen sind French Toast ("Armer Ritter"), Waffeln (waffles) oder Pfannuchen (pancakes), die man mit reichlich maple
syrup (Ahornsirup) genießt. Wer will, kann auch nur Beilagen ("side orders"), wie cereals (Cornflakes und all die anderen Sachen aus dem Hause Kellog's), Toast, Muffins, Zimtrollen (cinamon rolls), heiße
Apfeltaschen (hot apple pies) oder Obst ordern, und sich so sein eigenes Menü zusammenstellen.
Wer Lust auf ein Frühstücksbuffett hat, findet dies meistens in den Restaurants der größeren Hotelketten, wie
z.B. Holiday Inn, zu meist recht zivilen Preisen. Ein besonders guter Tipp für Frühstücksbuffet ist die Restaurantkette "Shoney's", die ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhaltnis bietet. Leider ist
diese Kette überwiegend nur im Osten der USA vertreten; zumindest habe ich an der Westküste noch kein "Shoney's"-Restaurant gesehen. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.
Mittagessen (Lunch)
Das Mittagessen spielt bei den Amerikanern in der Regel eine untergeordnete Rolle, was bei dem reichhaltigem Frühstück auch nicht weiter verwunderlich ist. Um trotzdem mittags
ein paar Leute in die Restaurants zu locken, haben diese unterschiedliche Karten für Mittag- und Abendessen. Dabei werden die gleichen Gerichte mittags zu deutlich günstigeren Preisen angeboten.
Abendessen (Dinner)
Viele
Restaurants bieten abends ein sogenanntes "early bird special" an. Wer bereit ist, schon so zwischen 17 und 18 Uhr zu speisen, wird mit speziellen Sonderangeboten geködert. Sparen beim Essen kann man auch
mit Gutscheinen (coupons), die man oft in den Broschüren der Tourismus Informationen findet. Mal gibt es 10 % Rabatt auf die Rechnung, mal 50 % Nachlaß auf das 2. Hauptgericht oder auch schon mal eine Karaffe Wein
oder einen Pitcher Bier umsonst. Der Phantsie sind da keine Grenzen gesetzt. Nur keine Hemmungen: solche Gutscheine gehören zum amerikanischen Alltagsleben, und man kann sie bedenkenlos einsetzen. Niemand wird einen
deswegen schief angucken.
In den USA ist es nicht üblich nach dem Essen noch "gemütlich sitzenzubleiben". Ist man mit dem Essen fertig, wird man gefragt, ob man noch irgendwelche Wünsche hat.
Verneint man dies, bekommt man unaufgefordert die Rechnung und macht den Tisch frei für die nächsten Gäste.
Selbstversorgung im Supermarkt
Was gibt es schöneres, als in einem Nationalpark eine Picnic Area anzusteuern und seinen mitgebrachten Lunch zu verzehren? Wichtigstes Utensil hierfür ist eine Kühlbox (cooler), die man sich
gleich am Beginn der Reise zulegen sollte. Unser Cooler, den wir uns auf der ersten USA-Reise gekauft haben, hat anschliessend noch viele Male die Reise über den großen Teich angetreten. Alternativ kann man sich
auch fürwenig Geld einen Cooler aus Styropor kaufen, den man am Ende der Reise wegwirft. Eis zum Kühlen bekommt man in jedem Supermarkt, an Tankstellen oder den Eismaschinen in den Motels.
Einkaufen in
amerikanischen Supermärkten macht einfach Spass. Im Gegensatz zur Nahrungsbeschaffung in Deutschland ist das in den USA eine völlig stressfreie Angelegenheit. Zunächst einmal muss man sich keine Gedanken über
Öffnungszeiten machen. Einkaufen kann man an sieben Tagen in der Woche, in einigen Läden sogar rund um die Uhr. Parkplatzprobleme gibt es auch keine. Die Gänge in den Supermärkten sind breit wie Autobahnen, und das
riesige Warenangebot wird sehr übersichtlich präsentiert. Die Unsitte, einen Einkaufswagen erst gegen ein Pfand herauszurücken, ist zum Glück auch unbekannt. In den USA käme man auch nie auf den Gedanken, Kunden ihr
Obst und Gemüse selbst abwiegen zu lassen. Dies erledigt die Kassiererin an der Kasse. Lange Wartezeiten an den Kassen gibt es nicht und Stress für den Kunden schon gar nicht. Meist muss man die Waren auch nicht
selber einpacken, weil dies von der Kassiererin erledigt wird. Man hat eigentlich nur zwei Aufgaben an der Kasse: die Beantwortung der Frage, ob man Papier- oder Plastiktüten will und das Bezahlen (meistens mit
Kreditkarte möglich). Anschliessend erhält man mit einem freundlichen "Have a nice day!" die gepackten Tüten und schiebt ab zum Auto. Wer mag, kann sich die Einkäufe auch von einem Angestellten zum Auto
bringen und in den Kofferraum packen lassen (Trinkgeld nicht vergessen!). Nach jedem USA-Urlaub ist es mein schlimmster Albtraum, wenn ich das erste Mal wieder einen deutschen Supermarkt betreten muss.
Das
Angebot an Lebensmitteln ist vergleichbar mit dem bei uns. Die Preise sind für viele Artikel deutlich höher als bei uns. Grösstes Manko ist das Brot, das keinerlei Anspruch an Zähne oder Kauwerkzeug stellt. Wer
hiermit nicht leben kann findet vielleichtin so einer Art Schwarzbrot ("German Rye", "German Pumpernickel") oder Knäckebrot eine Alternative. Aufschitt gibt es meist nur abgepackt. Problem
hierbei ist, dass mann dann knapp 250 gr. von einer Sorte nehmen muß. Einen Ausweg bietet hier der "Turkey Variety Pack" von "Oscar Mayr", wo man vier verschiedene Sorten Truthahnaufschnitt in
einer Packung bekommt. Ganz gut ist auch die Leberwurst, die unter dem Namen "Braunschweiger" verkauft wird. Käse, insbesondere importierte Sorten, ist relativ teuer. Bei Milch muß man darauf achten, daß
man keine "skim milk" kauft. Die ist total fettreduziert und verwässert.
Wein und Bier bekommt man ebenfalls in den Supermärkten, aber keine harten Getränke. Die gibt es nur im "liquor
store". Sonntags ist in den meisten Bundesstaaten der Verkauf von Alkohol untersagt. Es ist uns mehrmals passiert, daß wir Wein und Bier an der Kasse zurücklassen mußten, weil wi nicht daran gedacht hatten, daß
Sonntag war. Wer nicht wie sein eigener Großvater aussieht, sollte darauf vorbereitet sein, beim Kauf von Alkohol an der Kasse seinen Ausweis zeigen zu müssen. Mir ist das mit 32 noch passiert. (In den USA muß man
mindestens 21 sein, um Alkohol kaufen zu dürfen).
Getränke
Das Nationalgetränk der Amerikaner ist natürlich Coca Cola. Sehr beliebt sind auch andere süße Limonaden-Getränke. In den Fast Food-Läden bekommt man praktisch nichts anderes. Mineralwasser
ist auch in Restaurants oft nicht zu haben. Hier bleibt dann nur als Alternative das kostenlos ausgeschenkte Leitungswasser.
Um nicht ständig auf das süße Zeug angewiesen zu sein, empfiehlt sich auf jeden
Fall die Bevorratung mit Mineralwasser im Supermarkt. Teuer ist das importierte Perrier. Man greift also besser auf einheimische Produkte zurück, die meist unter der Bezeichnung "Club Soda" oder
"Sparkling Water" verkauft werden, wenn sie Kohlensäure enthalten.
Biertrinker werden von den typisch amerikanischen Marken wie "Budweiser", "Miller", oder "Coors"
enttäuscht sein. Diese Biere schmecken fad und haben zuviel Kohlensäure. Besser sind da schon die kanadischen Marken wie "Molson" und insbesondere "Mosehead". In gut sortierten Supermärkten
findet man auch ein reichhaltiges Angebot an Import-Bieren. Deutschland ist hier meist mit "Warsteiner" oder "Becks" vertreten. Die Preise sind aber nicht ohne, meist so um die 10 US-$ für ein
"sixpack" (6 x 0,33 l). Soviel bezahlt man allerdings auch für eines der besseren amerikanischen Biere, wie z.B. das sehr empfehlenswerte "Samuel Adams". Ansonsten empfiehlt es sich, die Augen
nach sogenannten Microbreweries aufzuhalten. Das sind kleine Hausbrauereien, die ihr eigenes, oft sehr gutes Bier, brauen und dieses in ihrem Lokal ausschenken.
Vom Weinanbau verstehen die Amerikaner auf
jeden Fall mehr als vom Bierbrauen. Die kalifornischen Weine sind von hervorragendre Qualität. Import-Weine aus den klassischen Wein-Anbauländern sind ebenfalls überall erhältlich.
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