Mietwagen in den USA

Mit unserem Mietwagen im Death Valley im april 2008Welches Auto?

Der Weg zur Vermietstation

Autofahren in den USA

Tanken

Links zu amerikanischen Autovermietern

 

Welches Auto?

Zunächst einmal: Mietwagen grundsätzlich schon in Deutschland reservieren. In der Regel ist dies günstiger als vor Ort, da fast alle großen Reiseveranstalter Sonderkonditionen mit den Auto-Verleihfirmen ausgehandelt haben. Darauf achten, daß man ein "Fully Inclusive Angebot" bucht, in dem alle Zusatzkosten (örtliche Steuern, Zusatz-Haftpflichtversicherung, Vollkaskoversicherung (CDW), zusätzlicher Fahrer) enthalten sind. Vor Ort fallen dann keine weiteren Kosten an. Allerdings versuchen die Verleihfirmen bei Übernahme des Wagens oft, einem weitere unnötige Zusatzversicherungen aufzuschwatzen. Ablehnen!

Für was für einen Wagen soll man sich entscheiden? Mein Rat: besser eine Nummer größer nehmen! Vom Mietpreis her ist der Unterschied zwischen der kleinsten Klasse (Compact) und der von mir bevorzugten Full Size Klasse gar nicht so gross . Deutlich teurer wird es erst bei den nachfolgenden Klassen Luxury, Minivan und Convertible (Cabrio). Grundsätzlich sind alle Wagen mit Klimaanlage, Servolenkung, Automatikgetriebe und Radio ausgestattet. Unbegrenzte Meilen sind obligatorisch. Ein grösserer Wagen bietet jedoch angesichts der enormen Entfernungen, die man normalerweise in den USA zurücklegen wird, ein erhebliches Mehr an Komfort und Bequemlichkeit. So verfügen Autos der Full Size Klasse z.B. über einen Tempomat, mit dem die gewünschte Geschwindigkeit automatisch gehalten werden kann. Wer einmal stundenlang auf schnurgerader Strecke durch die Prärie gefahren ist, wird hierauf nicht mehr verzichten wollen. Man braucht sich keine Gedanken zu machen, ob man das Speed Limit überschreitet und Krämpfe im rechten Fuss sind auch kein Thema.

Mittlerweile ist ja eine Geschwindigkeitsautomatik auch bei deutschen Autos schon fast Standard. Für alle, die sich damit aber noch nicht auskennen, hier mal kurz die Funktionsweise erklärt: Normalerweise befinden sich die Bedienungsschalter auf dem Lenkrad. Links sind die Schalter “On" und Off", mit denen man den Tempomat ein- und ausschaltet. Die Geschwindigkeit wird mit den Schaltern auf der rechten Seite reguliert. Man gibt zunächst ganz normal Gas, bis man die gewünschte Geschwindigkeit (in der Regel die zulässige Höchstgeschwindigkeit) erreicht hat und drückt dann auf den Schalter “Set Accel". Die Geschwindigkeit wird nun gehalten, und man kann den Fuss vom Gas nehmen. Muss man einmal zwischenzeitlich beschleunigen, tritt man einfach das Gaspedal durch. Sobald man dieses dann wieder los lässt, stellt sich die zuvor gewählte Geschwindigkeit automatisch wieder ein. Betätigt man hingegen die Bremse, ist die Geschwindigkeitsautomatik vorübergehend deaktiviert. Man kann dann entweder beschleunigen und mit Set Accel" ein neues Reise-Tempo vorgeben oder - will man die alte Geschwindigkeit wieder aufnehmen - einfach die Taste “Resume" drücken. Der Wagen beschleunigt dann automatisch, bis die vor Betätigung der Bremse eingestellte Geschwindigkeit erreicht wurde.

Der Weg zur Vermietstation

Hat man eine individuelle Rundreise geplant, wird der erste Weg zur Autovermietung (Car Rental) führen (Wagen bereits in Deutschland buchen!). In den großen amerikanischen Flughäfen befinden sich die Schalter der Autovermietungen normalerweise nicht im Flughafen-Gebäude, sondern ausserhalb, dort wo auch die Autos stehen. Dorthin gelangt man mit einem Zubringerbus (Shuttle) der jeweiligen Car Rental Company (Hertz, Avis, Budget, National, Alamo, Dollar). Die Shuttle-Busse halten vor dem Flughafen-Gebäude (auf Hinweisschilder achten!) und tragen als Aufschrift den Namen der jeweiligen Car Rental Company. Hat man seinen" Shuttle entdeckt, gibt man dem Fahrer ein kurzes Handzeichen, damit er weiss, dass er halten soll. Die Shuttle-Busse sind geräumig und bieten ausreichend Ablagefläche für das Gepäck. Bei der Autovermietung angekommen, wartet man am Check-In -Counter bis man an die Reihe kommt. Man benötigt den nationalen Führerschein und eine Kreditkarte. Ein internationaler Führerschein ist für das Anmieten eines Autos nicht erforderlich, kann aber hilfreich sein, wenn man mal in eine Polizeikontrolle kommt. Den Mietvertrag muss man unterschreiben und abgeschlossene Zusatzversicherungen, da wo sie aufgeführt sind, mit seinen Initialen bestätigen. Den Vertrag nicht gleich wegpacken, da man ihn beim Verlassen des Geländes der Vermietfirma noch einmal vorzeigen muss.

Autofahren in den USA

Autofahren in den USA ist ein Vergnügen. Man fährt defensiv, Raser oder Drängler gibt es kaum. Ausserhalb der Ballungsgebiete sind Staus nahezu unbekannt, und man kann sich im voraus fast auf die Minute genau ausrechnen, wielange man für eine bestimmte Strecke brauchen wird. Die Formel ist ganz einfach: Zulässige Höchstgeschwindigkeit = Durchschnittsgeschwindigkeit. Mittlerweile sind die einzelnen Staaten frei in der Festlegung der Höchstgeschwindigkeit. Wo früher noch strikt 55 Mph galten, darf man heute auf Interstates meist 75 Mph (=120 km/h) fahren. Das mag einem angesichts schnurgerader Straßen mit wenig Verkehrsdichte zwar immer noch recht langsam erscheinen, im Vergleich zu deutschen Verhältnissen ist man in den USA trotzdem meist schneller am Ziel, und man kommt entspannt an. Im übrigen tut man gut daran, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten, da es häufig Kontrollen gibt, und die Strafen empfindlich sind.

Die Verkehrsregeln entsprechen im grossen und ganzen den hiesigen. Einige Ausnahmen: Das Rechtsabbiegen an roten Ampeln ist generell erlaubt, es sei denn ein Schild verbietet dies ausdrücklich (“no right turn on red"). Man darf auch ausserhalb von Ortschaften rechts überholen, also Vorsicht beim Spurwechsel! Sieht man einen Schulbus mit eingeschalteter Warnblinkanlage am Fahrbahnrand stehen, unbedingt anhalten, auch wenn man aus der Gegenrichtung kommt. Besonders in Wohngebieten gibt es häufig Kreuzungen mit 4 (!) Stopschildern. Ein geniales System. Wer zuerst ankommt, darf auch zuerst weiterfahren. Im Zweifelsfall verständigt man sich durch Handzeichen. Funktioniert hervorragend und hat eine viel bessere Wirkung als Tempo 30 bei uns, an das sich sowieso meist keiner hält.

Kostenlose Parkplätze gibt es fast überall in ausreichender Zahl, nur in den Innenstädten wird es knapp und kostet Geld, so wie bei uns. Eine Besonderheit ist das Valet Parking, daß oft von größeren Hotels oder besseren Restaurants angeboten wird. Man fährt vor, ein dienstbarer Geist öffnet die Wagentür, drückt einem eine Karte mit einer Nummer in die Hand und fährt den Wagen zu einem freien Parkplatz. Verläßt man dann das Hotel oder Restaurant, gibt man die Karte wieder zurück und der Wagen wird vorgefahren. Diese Dienstleistung ist zwar in der Regel kostenlos, ein Trinkgeld (2,-- $) aber obligatorisch. Die Orientierung auf amerikanischen Straßen ist sehr einfach. Wichtig ist nur, daß man weiß, in welcher Himmelsrichtung das Fahrziel liegt. Straßen mit geraden Nummern verlaufen in West/Ost-Richtung und Straßen mit ungeraden Nummern in Nord/Süd-Richtung. Das Bild links zeigt eine typische Interstate-Auffahrt.
 

Interstates sind die amerikanischen Autobahnen. Nicht zu verwechseln mit Highways, die man am besten mit "Landstrasse" übersetzen kann. Raststätten, wie in Deutschland, gibt es auf Interstates nicht. Gelegentlich gibt es "Rest Areas" mit Picknicktischen und Toiletten. Entlang der Interstates findet man aber immer genügend Möglichkeiten zum Essen, Tanken oder Übernachten. In entlegenen Gegenden kann aber auch einmal 100 Meilen lang nichts kommen. Vor jeder Ausfahrt gibt es Hinweisschilder, die einem mitteilen, welche Service -Einrichtungen es an der nächsten Ausfahrt gibt. Auf dem Schild "Gas" sind alle Tankstellen aufgelistet, auf dem Schild "Food" alle Restaurants (Family, Fast-Food) und schliesslich auf dem Schild "Lodging" alle Motels. Man weiß also immer, was einen erwartet. Wirklich ein tolles System.

Tanken Zapfsäule in den USA

Ein eigenes Kapitel zum Tanken? Kann doch so schwer nicht sein! Ist es auch nicht, wenn man weiss wie's geht. Ich werde jedoch nie vergessen wie dumm ich dagestanden habe, als ich zum ersten Mal in San Francisco tanken wollte, und es kam kein Benzin aus dem blöden Schlauch. Daher also hier ein paar Erklärungen zu diesem Thema.

Wenn Du nicht unbedingt Wert darauf legst, ein paar Cents mehr für die Gallone zu bezahlen, dann fahr nicht zu den Zapfsäulen mit dem Schild "Full Service", sondern dahin, wo "Self" dran steht.

Anders als bei uns, hat man an den amerikanischen Zapfsäulen keine Müglichkeit zu tanken, bevor man bezahlt hat. Du musst also erst zur Kasse gehen und im voraus bezahlen. Legst Du z.B. 40 Dollar hin, wird die Zapfsäule für genau diesen Betrag freigeschaltet. Tankst Du für weniger, holst Du Dir anschliessend Dein Wechselgeld ab. Bequemer ist es allerdings direkt an der Zapfsäule mit Kreditkarte zu bezahlen. Dazu einfach den gedruckten Anweisungen folgen. Nachdem man die Kreditkarte eingeschoben hat, wird man aus Sicherheitsgründen noch um die Eingabe seiner Postleitzahl (Zip-Code) gebeten. Das System prüft dann, ob die Eingabe mit den auf dem Magnetstreifen gespeicherten Daten übereinstimmt. Leider funktionierte dies bei unserer letzten Reise im April 2008 nicht immer, was wohl an unseren deutschen Kreditkarten lag.

Die Benzinpreise sind auch in den USA in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Ende der 90er-Jahre gab es die Gallone (= 3,785 l) Sprit zeitweise noch für unter einem Dollar. Im April 2008 zahlten wir hingegen zwischen
3,50 und 4,00 US$. Für Amerikaner astronomisch hoch, für uns beim damaligen Wechselkurs aber nur halb so teuer wie in Deutschland.

Links zu amerikanischen Autovermietern: