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bulletReisebericht Südosten Australien: Das Barossa Valley und Kangaroo Island

17. Tag: Wilpena Pound – Nuriootpa: 465 km

Auf einsamen Straßen Richtung Barossa ValleyHeute liegt wieder eine lange Fahrt von fast 500 km vor uns. Also machen wir uns früh auf den Weg. Beim Auschecken wird uns ein wesentlich höherer Preis für das Package berechnet, als seinerzeit im Internet angegeben war. Auf meinen Einwand hin wird der Fehler aber sofort korrigiert. Ich glaube nicht, das da Absicht hinter stand. Aber es zeigt sich mal wieder, dass man nicht genug aufpassen kann.

Die Fahrt ins Barossa Valley, einem bedeutenden Weinanbau-Gebiet verläuft auf einsamen Straßen ohne besondere Ereignisse. Es ist ein sonniger Tag mit Temperaturen um 30° C. Um 15:00 Uhr nehmen wir in der Seppeltsfield Winery an einer geführten Tour (A$ 4) teil.

Auch wenn man die Produktion leider nicht besichtigen kann, ist der Gang über das Gelände und durch die verschiedenen Keller sehr interessant. Eine unvorstellbare Anzahl an Weinfässern, deren Materialwert alleine (also ohne den Inhalt) viele Millionen Dollar beträgt.

Die Seppeltsfield Winery liegt etwa auf halber Strecke zwischen Tanundra und Nuriootpa ca. 4 km westlich der Hauptstraße. Die Fahrt dorthin führt über eine beeindruckende Palmenallee.
Palmenallee zur Seppeltsfield Winery
In Nuriotpa beziehen wir für eine Nacht Quartier im ”Vine Inn Motel” (Best Western, A$ 85,50). Das Zimmer ist groß und ganz o.k., auch die Poolanlage ist ganz schön.

Weniger erbaut sind wir allerdings von dem Restaurant, das einer Wartehalle gleicht und nach dem Selbstbedienungskonzept funktioniert. Dies durchschauen wir aber nicht gleich, und nachdem sich 10 Minuten lang niemand um uns gekümmert hat, stehen wir auf und entfliehen dieser düsteren Atmosphäre. Bleibt nur ein Problem: wo bekommen wir etwas gegen den Hunger? Wir setzen uns ins Auto und fahren den ganzen Ort ab, können aber kein anderes Restaurant entdecken. Ziemlich frustriert beschließen wir, in den nächsten Ort, nach Tanundra, zu fahren, um dort unser Glück zu versuchen.

Ganz so weit brauchen wir dann aber gar nicht zu fahren, denn auf halber Stecke, etwa 3 km außerhalb von Nuriootpa entdecken wir das”Siegersdorf Restaurant”. Der gemütliche Eindruck von außen bestätigt sich innen. Da alle anderen Gäste im Garten sitzen, suchen auch wir uns hier ein Plätzchen. Der Hammer ist die Speisekarte: aus diversen Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts kann man sich ein 3-Gang-Menue zum Einheitspreis von 12 A$ (!!!) zusammenstellen. Dazu gönnen wir uns eine Flasche Hauswein zum Preis von A$ 9.

Angesichts dieser Dumping-Preise erwarten wir eigentlich nichts Besonderes, sind dann aber doch sehr angenehm überrascht. Sowohl die Vorspeise (Seafood Bisque) als auch Hauptspeise (Känguru-Filet und kl. T-Bone-Steak vom Holzkohlegrill) und Dessert (vergessen, was es war), sind sehr schmackhaft. Da es etwas kühl geworden ist, wechseln wir nach der Vorspeise ins Innere, wo man wirklich sehr gemütlich sitzt. Das ”Siegersdorf-Restaurant” zwischen Nuriootpa und Tanundra ist wirklich so etwas wie ein kleiner Geheimtip.



18. Tag: Nuriootpa - Kangaroo Island: 92 km Festland / 140 km Kangaroo Island

Um 9:25 Uhr geht unser Flug vom Adelaide Airport nach Kingscote auf Kangaroo Island. Da wir die Rush Hour um Adelaide nicht einschätzen können, brechen wir bereits um 6:00 Uhr auf. Mit kurzer Frühstückspause bei McDonalds brauchen wir dann rund 90 Minuten bis zum Airport, sind also viel zu früh da. Die Mietwagenrückgabe gestaltet sich problemlos, und wir checken an den Schaltern von Ansett für den Flug mit Kendell Airlines ein.

Der Flug nach Kingscote dauert lediglich 20 Minuten. Bei Hertz übernehmen wir unseren Mietwagen, den wir über das Internet direkt bei Hertz reserviert hatten. Der Service ist hier sehr persönlich. Wir bekommen eine Mappe mit vielen nützlichen Informationen über Kangaroo Island ausgehändigt und erklärt, wo wir unweit des Flughafens auf dem Weg in die Stadt Koalas sehen können.

Sealions auf Kangaroo IslandDer Hauptort der Insel, Kingscote, ist ca. 10 Autominuten vom Airport entfernt. Unterwegs machen wir einen Stopp an der beschriebenen Stelle und sehen tatsächlich einen Koala. Bevor wir zu unserem Motel fahren, suchen wir erst einmal einen Supermarkt auf und decken uns mit reichlich Wasser ein. Das ”Wisteria Lodge” (Flag “grün”, 106 DM mit Hotelgutschein) macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Beim zweiten Hingucken jedoch erweist sich unser Zimmer als ziemlich dreckig, und wir beschweren uns über den nicht akzeptablen Zustand des Zimmers. Während wir zu einem kleinen Lunch ins Zentrum fahren, wird unser Zimmer dann sauber gemacht.

Nach dem Lunch fahren wir auf durchgängig geteerter Straße nach Seals Bay, wo wir in Begleitung eines Park-Rangers eine große Seehundkolonnie am Strand besichtigen können (A$ 8,50 Eintritt). Wir dürfen uns den Tieren bis auf etwa 8 m nähern. Es ist sehr interessant diese Tiere in ihrer natürlichen Lebensumgebung aus so naher Distanz zu beobachten. Ein sehr schönes Erlebnis!

Danach fahren wir zum nebenan gelegenen ”Bales Beach”, der sich als Traumstrand erweist und uns ganz alleine gehört. Wir machen einen langen Strandspaziergang und stürzen uns unterwegs spontan in das herrliche türkis schimmernde Wasser. So verleben wir einen wirklich tollen Nachmittag.

Abends laufen wir in das ca. 1 km vom Motel entfernte Ortszentrum. Es gibt nur 3 - 4 Restaurants, die abends aufhaben, und kullinarische Höhepunkte darf man nicht erwarten. Wir gehen ins Bistro des “Ozone Hotels”, wo offensichtlich die meisten Leute essen gehen, denn es ist sehr voll. Hier läuft alles per Selbstbedienung ab. Man bekommt eine Nummer und wird aufgerufen, wenn man sich sein Essen abholen kann. Getränke holt man sich an der Bar. Das Essen ist o.k., aber mehr auch nicht.



Ein putziger Koala19. Tag: Kangeroo Island: 260 km (Kingscote - Flinders Chase NP - Kingscote)


Ich fahre in den Ort und besorge uns beim Bäcker leckere Sachen fürs Frühstück und den Lunch. Elke hat in der Zwischenzeit Kaffee gekocht, und wir genießen auf unserem Balkon ein gemütliches Frühstück mit Meerblick.

Über die South Coast Road fahren wir dann zum ca. 100 km entfernten Flinders Chase National Park (A$ 8 Eintritt pro Auto). Bis auf einen Abschnitt von ca. 20 km vor dem Park ist die ganze Strecke asphaltiert. Diese Lücke dürfte aber bald geschlossen sein, da hier fleißig an der Straße gearbeitet wird. Auch alle Straßen im Park, die wir befahren sind asphaltiert.

In der Nähe des Visitor Center führt ein Wanderweg zum ”Platypus Lookout”, wo man diese Tiere angeblich mit ein bißchen Glück beobachten kann. Wir sehen aber nichts und hätten uns den nicht sehr attraktiven Weg bei dieser Hitze besser erspart. Zurück am Admiral's RockAusgangspunkt beobachten wir zwei Koalas, die uns schon auf dem Hinweg aufgefallen sind.
Jetzt aber wird die Sache hochdramatisch, denn wir werden Zeuge eines mißglückten Paarungsversuches. Koala-Männchen will ran, aber Koala-Weibchen lässt ihn nicht. Es entbrennt ein regelrechter Kampf zwischen den beiden, untermalt von lauten Angstschreien des Koala-Weibchens. Beim Besuch des ”Koala Conservation Centre” auf Philipp Island hatten wir schon gelernt, dass die Paarung bei den Koalas alles andere als eine liebevolle Angelegenheit ist. Daß es aber so brutal zugeht, hätten wir nicht gedacht. Es ist unheimlich spannend, so etwas aus nächster Nähe zu beobachten. Leider wissen wir nicht, ob Koala-Männchen schließlich doch noch auf seine Kosten gekommen ist, da uns der Hunger vom Ort des Geschehens vertreibt.

Nach dem Lunch fahren wir weiter zum “Admirals Rock”, einem tollen Aussichtspunkt, wo man viele Seelöwen beobachten kann, die sich hier auf den Felsen aalen. Sehenswert ist hier aber in erster Linie die landschaftliche Szenerie.

So groß ist der Remarkable RockNächste Sehenswürdigkeit sind die”Remarkable Rocks”, eine sehr außergewöhnliche Felsformation.

Anschließend machen wir uns über den West End Highway (gravel road) und den Playford Highway (geteert) auf den Rückweg nach Kingscote, wo wir gegen 17:00 Uhr eintreffen.

Im Ortszentrum in der Nähe des Ozone Hotels befindet sich ein vom Meer abgetrennter künstlicher Meerwasserpool, der der Allgemeinheit kostenlos zum Schwimmen bereitsteht. Umkleidekabinen sind auch vorhanden. Bevor wir ins Motel fahren, gehen wir hier erst mal eine Runde Schwimmen.

Zum Abendessen gehen wir wieder in den Ort. Wir essen im “Queenscliff Family Hotel” an der Hauptstraße. Bestellen muß man an der Theke, aber das Essen (geht so) wird einem gebracht.

 

20. Tag: Kangeroo Island: 161 km (Kingscote - Snelling Beach - Stokes Bay - Emu Bay - Kingscote)


Die Hauptsehenswürdigkeiten von Kangeroo Island haben wir bereits gesehen, entsprechend unspektakulär gestaltet sich der heutige Tag. Das Wetter ist auch nicht besonders, nur so 22 ° C und bedeckt. Wir beschließen, die Nordküste zu erkunden.

Unser erstes Ziel, “Snelling Beach”, gefällt uns ganz gut. Hier machen wir einen Strandspaziergang. Den Abstecher an den “Kings George Beach” hätten wir uns sparen können; ist lediglich eine unattraktive Felsbucht, die zudem auf schlechtem Weg zu erreichen ist.

Wesentlich schöner hingegen ist “Stokes Bay”, ein Strand, dessen Zugang durch einen Tunnel führt. Als wir von unserem Strandspaziergang zurückkehren, müssen wir feststellen, dass doch tatsächlich jemand meine Badelatschen und Elke’s Sandalen entwendet hat, die wir am Strand zurückgelassen haben. Wir können es nicht glauben, aber alle Sucherei hilft nichts.

Wir fahren dann noch nach “Emu Bay”, sind aber von dem Strand hier enttäuscht. Alles in allem war dies kein so toller Tag, und wir stellen fest, daß eigentlich zwei Tage für Kangaroo Island gereicht hätten. Abends gehen wir noch einmal im “Ozone Hotel” essen. Diesmal finden wir das Essen richtig gut. Kommt halt drauf an, was man isst.

Fazit: Kangaroo Island ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Für die Hauptsehenswürdigkeiten reichen jedoch zwei Tage vollkommen aus. Da diese überwiegend auf geteerter Straße zu erreichen sind, sollte man mit seiner Mietwagenfirma klären, ob die Mitnahme des Fahrzeuges nach Kangaroo Island gestattet ist. Die Anreise mit der Fähre und Mitnahme des auf dem Festland gemieteten PKWs ist nämlich wesentlich günstiger als der Flug (hat uns über 200 DM pro Person gekostet) und Auto-Anmietung auf Kangaroo Island.

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