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bulletReisebericht Südafrika im November 2003: Eine außergewöhnliche Unterkunft in den Cedarbergen

3. Tag: Sonntag, 02. November 2003
Hermanus - Oudrif: 396 km
Wetter: 33°C, sonnig


So haben wir uns das vorgestellt: Frühstück auf der Terrasse bei herrlichem Sonnenschein und Blick auf das Meer. Dabei ab und zu eine Walflosse und sogar einmal ein springender Wal – was will man mehr?

La Fontaine Guesthouse in HermanusFrühstücksblick im La Fontaine Guesthouse Guesthouse





















Bei Marc schmeckt es richti gutDas Frühstück im La Fontaine Guesthouse ist wirklich gut, aber es fehlt der persönliche Service der Gastgeber, wie wir ihn in anderen Unterkünften schätzen gelernt haben. Ungewöhnlich ist auch, dass man sich bereits am Abend vorher entscheiden muss, was man alles zum Frühstück möchte. Dafür muss man auf einer Karte entsprechende Kreuze machen. Da wir nicht wussten, wie groß die einzelnen Portionen sind, hatten wir viel zu viel bestellt. Ein wirklich blödes System, dass wir so noch in keinem Guesthouse in Südafrika erlebt haben.
Unser Weg heute Morgen führt uns zurück auf die N2 und über Grabouw und Franschhoek nach Paarl. Unser erster Stopp hier gilt der Wilderer’s Distillery, wo wir uns mit zwei Flaschen der hervorragenden Obstbrände eindecken, die hier unter deutscher Leitung produziert werden. Anschließend fahren wir zum Laborie-Weingut und besorgen uns noch ein paar Flaschen Rotwein für die weitere Reise.

Zum Mittagessen haben wir einen Tisch im Marc’s Mediterranean Cuisine & Garden reserviert. Von diesem Restaurant waren wir bei unserer letzten Reise sehr angetan und hatten das auch entsprechend in unserem Reisebericht gewürdigt. Zufällig hatte Marc Friedrich, der Besitzer, diese Seite einige Wochen vor unserer Reise beim Surfen im Internet entdeckt und sich per E-Mail bei mir für die positive Berichterstattung bedankt. Anlass genug für uns hier mal wieder vorbei zu schauen.

Auf dem abenteuerlichen Weg nach OudrifVon Marc werden wir sehr herzlich begrüßt und ausführlich darüber informiert, was sich seit unserem letzten Besuch so alles getan hat. Auf der Terrasse genießen wir das schöne Wetter und das wieder einmal ausgezeichnete Essen. Besonders angetan bin ich von meinen Muscheln, die sehr pikant zubereitet sind. Kann mich nicht erinnern, jemals bessere gegessen zu haben. Der gute Eindruck, den wir bei unserem ersten Besuch gewonnen haben, wird vollauf bestätigt. Ein wirklich hervorragendes Restaurant: freundlicher Service, tolles Essen und zivile Preise. Sehr zu empfehlen.

Über die N7 fahren wir in Richtung Norden nach Clanwilliam. 12 km hinter dem Ort endet die Asphaltstraße und wir müssen weitere 35 km Schotter- und Sandpiste bewältigen. Später führt der Weg über privates Gebiet und ist nur noch einspurig (was bei dem nicht existierenden Verkehr aber nicht weiter stört). Zweimal muss Elke aussteigen um ein Gatter zu öffnen (und natürlich wieder zu schließen), damit wir unsere Fahrt fortsetzen können.

Die letzen Kilometer sind schon recht abenteuerlich und wir werden kräftig durchgeschüttelt. 3 ½ Stunden nachdem wir Paarl verlassen haben, sind wir endlich am Ziel unserer außergewöhnlichsten Unterkunft aller Südafrika-Reisen angekommen: Die Oudrif-Farm. Ohne die detaillierte Wegbeschreibung, die wir per E-Mail bekommen hatten, hätten wir wohl niemals hierher gefunden.

Paradies am Ende der WeltMan meint, das Ende der Welt erreicht zu haben. Absolute Einsamkeit. Nur ein paar strohgedeckte Chalets, die sich perfekt in die Landschaft einpassen und kaum auffallen. Aufgefallen ist jedoch unsere Ankunft. Kaum dass wir den Motor abgestellt haben, erscheint Bill, der Besitzer, um uns zu begrüßen.

Wir bekommen erst einmal ein eiskaltes Windhoek Lager und erholen uns beim Plausch mit Bill von der anstrengenden Fahrt. Außer uns gibt es noch zwei andere Gäste, Klaus und Magdalena aus Deutschland, die sich ebenfalls am großen Tisch einfinden. Die beiden haben schon oft Südafrika und Namibia bereist und genießen nun mit einem achtwöchigen Urlaub ihr frisch begonnenes gemeinsames Rentnerdasein. Soviel geballte Reiseerfahrung sorgt natürlich für viel Gesprächsstoff.

Nach dem Bier beziehen wir erst einmal unser geräumiges und erstaunlich komfortables Chalet. Wasser wird über den nahe gelegenen Fluß herauf gepumpt und mittels eines Gasboilers erhitzt. Elektrisches Licht wird durch Solarmodule erzeugt, ansonsten aber gibt es keine Stromversorgung. Das bedeutet, dass man sich das Auspacken des Föns und anderer elektrischer Geräte getrost sparen kann. Und ein Mobiltelefon funktioniert in dieser Einsamkeit sowieso nicht.

Unser Chalet von außenUnser Chalet von innen





















Auch jetzt am späten Nachmittag ist es mit 33° C noch sehr heiß. Was liegt also näher, als eine Abkühlung in dem schon erwähnten Fluß – dem Doring River – zu suchen? Bill hatte uns bestätigt, dass es absolut ungefährlich ist, dort zu schwimmen. Von unserem Chalet ist es nur ein kurzer Fußweg dorthin, und Hund Bella lässt es sich nicht nehmen, uns den Weg zu zeigen. Das Wasser ist einfach herrlich, und das Schwimmen macht richtig Spaß. Es ist wirklich paradiesisch schön hier.

Beim Abendessen lernen wir auch noch Janine kennen, die mit Bill den Laden hier schmeißt. Zu sechst sitzen wir am Tisch und genießen ein ausgezeichnetes Dinner unterm Sternenhimmel. Obwohl unsere Gastgeber beide Vegetarier sind, gibt es Wurst und Fleisch vom Grill. Dazu eine große Auswahl leckerer Salate - z.T. aus eigenem Anbau - und sonstiger Beilagen und zum Nachtisch einen frischen Obstsalat. Es schmeckt wirklich alles ganz hervorragend. Das Essen zieht sich bei angeregter Unterhaltung gut zwei Stunden hin. Aus Rücksicht auf unsere Gastgeber spricht auch die deutsche Mehrheit am Tisch untereinander Englisch.



4. Tag: Montag, 03. November 2003
Oudrif: 0 km
Wetter: 35°C, sonnig


Noch vor dem Frühstück schwimmen wir eine Runde in unserem idyllischen Privat-Flüsschen. Schöner kann man einen Tag wirklich kaum beginnen. Zum Frühstück gibt es Müsli, Yoghurt, Obst, frischgebackene Muffins und mit Tomaten, Pilzen, Kräutern und Käse überbackene Toasts. Sehr lecker!Klaus, Janine und Elke
Unser Chalet von innen
Ein bisschen Bewegung wäre jetzt nicht schlecht. So kommt uns Janine’s Angebot, eine kleine Wanderung mit ihr zu unternehmen, gerade recht. Kurz bevor wir aufbrechen wollen sieht Klaus, wie eine schwarze Schlange der giftigen Art (Black spitting Cobra) über die Terrasse huscht und in der Wildnis verschwindet. Bei uns Gästen sorgt das naturgemäß für etwas Unruhe, Bill und Janine hingegen bleiben gelassen. Schlangen sind hier nichts Ungewöhnliches, man muß halt aufpassen, wo man hintritt.

Zu viert, nebst Hündin Bella, machen wir uns dann auf den Weg. Magdalena bleibt in der Lodge, und Bill fährt ins 50 km entfernte Clanwilliam, um die Vorräte aufzufrischen. Diese Tour macht er zweimal wöchentlich. Wir überqueren zunächst mit einem Schlauchboot den Doring River und starten unsere Wanderung dann auf der gegenüber liegenden Flussseite. Unterwegs halten wir häufig an, und Janine erklärt uns die unterschiedlichen Pflanzen. Sie lässt uns Blätter zwischen den Fingern zerreiben und daran riechen oder schmecken. Wilder Pfeffer, Thymian und so manches mehr entdecken wir dabei. Janine ist ein absoluter Naturfreak und gibt ihr Wissen mit Begeisterung an uns weiter.

Schließlich führt sie uns zu einer versteckt gelegenen und wettergeschützten Stelle, wo wir Jahrhunderte alte Felsmalereien der Buschmänner bewundern können. Die Zeichnungen sind hervorragend erhalten und beeindrucken durch ihre Filigranheit. Sicherlich der Höhepunkt unserer schönen und lehrreichen Wanderung, die insgesamt etwa 2 ½ Stunden dauert.

FelsmalereienJanine





















Auch heute ist es wieder deutlich über 30° C heiß, und natürlich springen wir nach unserer Rückkehr erst einmal wieder in „unseren“ Fluß. Zum Mittagessen gibt es einen super leckeren warmen Nudelsalat. Alle Mahlzeiten und Getränke sind übrigens in der Übernachtungs-pauschale von 400 Rand pro Person enthalten. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist absolut in Ordnung. Besonders angetan sind wir von der Qualität und Vielfalt der Verpflegung, die wir hier in der Einsamkeit geboten bekommen. Es ist schon toll, was Janine und Bill immer wieder auf den Tisch „zaubern“.

Wir genießen das süße Nichtstun im Rahmen einer langen Siesta. Am Nachmittag raffen wir zwei uns dann noch zu einem kleinen Walk entlang des Doring Rivers auf. Bella freut sich über die Abwechslung und begleitet uns. Immer wieder müssen wir Stöckchen werfen, die sie uns mit nicht nachlassender Begeisterung wieder zurück bringt. Zum dritten Mal an diesem heißen Tag suchen wir Abkühlung beim Schwimmen im Fluss. Zurück in der Lodge empfängt uns Bill mit einem erfrischenden Windhoek Lager. So kann man es wirklich aushalten.

Der Doring RiverElke und Bella beim beliebten "Such das Stöckchen"





















Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass das Abendessen wieder sehr lecker ist. Wir sechs verbringen einen sehr lustigen Abend, woran der Rotwein sicherlich nicht ganz unschuldig ist. Weniger lustig hingegen ist die nachfolgende Nacht, die wegen Mücken und heftigem Wind mehrmals unterbrochen wird.

Leckeres EssenPatrick, Bill und Janine



















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