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bulletReisebericht Südafrika im November 2003: Oudtshoorn

15. Tag: Freitag, 14. November 2003
Wilderness - Oudtshoorn: 181 km
Wetter: 28°C, teilweise bewölkt


Gleicher Tagesbeginn wie gestern, Frühstück, längerer Plausch mit Bruni und dann Abreise. In Greatbraak River halten wir noch einmal für einen letzten Strandspaziergang, bevor wir dann die verbleibenden Urlaubstage im Landesinnern verbringen. Anschließend fahren wir nach Mossel Bay zu einem kleinen Lunch im “The Gannet”, zwischen Touristeninformation und Bartolomeu Dias Museum.

Über die R328 und den Robinson Pass geht es dann weiter Richtung Oudtshoorn. Auf der Passhöhe bekomme ich einen Schreck, denn die Tankanzeige steht fast auf „empty“. Also die Klimaanlage ausgeschaltet und im Leerlauf den Pass wieder runtergerollt. Weiter geht es die letzten 40 km nach Oudtshoorn mit so spritsparender Fahrweise wie möglich (was bei einem Automatikgetriebe gar nicht so einfach ist). Mit Erleichterung und nicht mehr viel Sprit im Tank erreichen wir endlich die Stadt.

Nachdem wir getankt haben, fahren wir zu unserer Unterkunft Altes Landhaus, etwa 20 km außerhalb von Oudtshoorn an der R328 Richtung Cango Caves gelegen. Die Unterkunft ist wunderschön und sehr gepflegt. Wir machen es uns für den Rest des Nachmittages am Swimming-Pool, der seinen Namen verdient, bequem. Hier könnte man es auch ein paar Tage aushalten.

Altes Landhaus - Bild 1Altes Landhaus - Bild 2





















Das Dinner nehmen wir praktischerweise auch im Alten Landhaus ein. Mit 180 Rand ist das Menue zwar nicht gerade billig, aber sehr gut. Und der Service ist ausgezeichnet. Zum Hauptgang wählen wir natürlich Straußenfilet. Wenn man schon mal im Hauptort der Straußenzucht ist…



Altes Landhaus - Bild 316. Tag: Samstag 15. November 2003
Oudtshoorn - Swellendam: 275 km
Wetter: 28°C, sonnig


Nachdem wir ein paar Runden im Pool gedreht haben, stärken wir uns mit einem vorzüglichen Frühstück. Die Zeit bis zum Auschecken zögern wir noch ein wenig hinaus und machen es uns nochmals auf den Liegen am Pool bequem. Um 10:30 Uhr brechen wir dann aber doch auf, sonst schaffen wir unser Tagesprogramm nicht mehr.

Unser Ziel sind die nahe gelegenen Cango Caves. Hier waren wir zwar schon einmal bei unserer ersten Südfafrika-Reise im Jahr 1990, aber die Erinnerung ist doch schon sehr verblasst. Das einzige, woran wir uns mit Sicherheit erinnern können, ist, dass es damals hier nicht ein Zehntel der heutigen Touristenmassen gab.

Da wir die nächste „normale“ Tour knapp verpasst haben und nicht eine Stunde bis zur nächsten warten möchten, entscheiden wir uns für die „Adventure Tour“. Diese dauert 90 Minuten und ist in der Tat ein richtiges Abenteuer. Wer sich darauf einlässt, sollte körperlich halbwegs fit und schlank sein, nicht unter Klaustrophobie leiden und festes Schuhwerk anziehen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, erwartet einen ein sehr interessantes Erlebnis.

Cango Caves - Bild 1Zunächst sieht man den Teil der Höhlen, der auch bei der „normalen“ Tour begangen wird. Die Formationen, die man hier bewundern kann, sind schon sehr beeindruckend. Dann wird das Licht gelöscht. Es bleibt lediglich eine kleine Funzel an, mit der demonstriert wird, wie wenig Licht die ersten Entdecker der Höhle bei ihrer Unternehmung zur Verfügung hatten. Praktisch haben die nichts gesehen. Umso erstaunlicher, dass die Höhlen überhaupt entdeckt wurden.

Dann geht es weiter über viele Stufen tiefer in die Höhle hinein. Teilweise sind die Gänge so niedrig, dass man nur noch im Entengang vorankommt. Dann kommen wir an die Stelle, wo es ernst wird. Unsere Führerin erklärt uns, dass vor uns ein Rundweg liegt, auf dem sie uns nicht mehr begleiten wird. Sie erklärt uns genau den Verlauf der Strecke, und wie wir diese am besten bewältigen. Sämtliche Taschen oder Rucksäcke sollten wir besser hier zurücklassen, da sie unser Fortkommen nicht nur erschweren, sondern z. T. unmöglich machen würden.

Nun macht sich doch gespannte Erwartung in der Gruppe breit. So mancher denkt: „Auf was habe ich mich da nur eingelassen?“ Was soll’s, den Mutigen gehört die Welt, also los! Zunächst müssen wir eine längere Strecke durch einen Gang hinter uns bringen, der so niedrig ist, dass wir nur bäuchlings kriechend dort hindurch kommen. Aber es soll noch „schlimmer“ kommen.

Altes Landhaus - Bild 3Die nächste Herausforderung, vor der wir dann stehen ist der ”Devil’s Chimney“, ein unvorstellbar enger Kamin, durch den man irgendwie nach oben kommen muß. Es ist schon schwer genug, in dieses winzige Loch hineinzukommen. Hat man das endlich geschafft, muss man seinen Körper noch ein- oder zweimal drehen, um nicht stecken zu bleiben. Gleichzeitig muss man mit Händen und Füßen irgendwie Halt an den teilweise glitschigen Wänden finden, um sich nach oben zu drücken. Es gibt wohl keinen in der Gruppe, bei dem der Adrenalinspiegel jetzt nicht deutlich gestiegen ist.

Einer nach dem anderen begibt sich auf den Weg durch den Kamin. Das dauert ziemlich lange. Dann ist ein sehr sportlich aussehender junger Mann dran. Ein Blick in den Kamin und er wirft das Handtuch. Also muss er den Weg zurück kriechen, den wir gekommen sind. Ich finde das nicht gerade sehr ermutigend.

Elke bleibt zu meinem Erstaunen recht gelassen. Sie verschwindet im Kamin, findet schnell den richtigen Tritt und ist bald auch schon durch. Auch bei mir geht es einfacher, als gedacht. Hat halt doch Vorteile, wenn man sich durch regelmäßiges Joggen schlank hält.

Oben angekommen meint man, das Schlimmste überstanden zu haben, aber es wartet noch eine weitere Herausforderung. Ein schmaler Spalt, durch den man mit dem Kopf voran hindurch muss, um dann bäuchlings einen glatten Felsen hinunterzurutschen. Erst habe ich Angst, meinen Kopf durch den Spalt zu stecken, denn ich befürchte, dass er dort stecken bleiben könnte. Aber mir bleibt ja keine andere Wahl – es gibt keinen anderen Weg. Und die anderen haben es ja auch geschafft. Von unten ruft mir Elke ein paar ermutigende Worte zu. Also – Augen zu und durch! Der Kopf passt tatsächlich durch und sanft rutsche ich nach unten. Geschafft! Eine tolle Tour!

Strauße auf der Safari FarmJetzt haben wir uns aber erst einmal etwas zu essen verdient. Im Restaurant der Cango Caves werden wir fündig. Anschließend fahren wir nach Oudtshoorn. Auf Elkes Einkaufsliste steht noch eine Straußenei-Lampe. Dummerweise ist Samstag Nachmittag und alle Geschäfte haben schon zu. Zum Glück habe ich die rettende Idee. Die Souvenirläden auf den Straußen-Showfarmen werden sicherlich noch auf haben. Auf der „Safari-Farm“ ersteht Elke dann auch die lang ersehnte Lampe.

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir Swellendam und checken im Braeside Guesthouse ein. Hier waren wir auch schon im Februar diesen Jahres und haben in der Zwischenzeit mit Janine, der Besitzerin, Kontakt per Mail gehalten. Die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten groß. Wir bekommen erst einmal ein Bier, und dann sitzen wir zusammen und erzählen. Zwischendurch zeigt uns Janine dann auch einmal unser Zimmer. Es hat sich einiges verändert, da seit unserem letzten Besuch umgebaut wurde. Dass es uns sehr gefällt lassen, wir Janine natürlich auch wissen. (Ergänzung, hinzugefügt im Januar 2009: das Breaside befindet sich mittlerweile unter neuer Leitung, soll aber nach wie vor sehr empfehlenswert sein.)

Abends gehen wir natürlich erneut im “Kornlands” essen, wo es uns schon beim letzten Mal so gut gefallen hat. Gut, dass wir eine Reservierung haben, denn es ist - wie so oft - ausgebucht. Wieder essen wir Springbock und wieder sind wir sehr zufrieden. Nach dem Essen kommt der Chef des Hauses an unseren Tisch und bedankt sich mit einem Brandy für die positive Berichterstattung über sein Restaurant auf meiner Homepage. Da muss ihm Janine wohl einen Tipp gegeben haben…

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