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bulletReisebericht Sardinien mit dem Wohnmobil: Die Ostküste

4. Tag, Sonntag, 11. April 2004
Porto San Paolo – Grotta di Ispinigoli : 114 km

Eine Gasse in PosadaDas schöne Wetter ist leider erst einmal vorbei. Der Himmel ist bedeckt, und die Temperatur liegt nur noch um die 16°C.

Wir nutzten noch einmal die Möglichkeit zur V+E auf dem Campingplatz und setzen unsere Reise Richtung Süden fort. Bei San Teodoro fahren wir zunächst zu dem viel gepriesenen 4 km langen La Cinta Strand. Bei dem trüben Wetter wirkt er allerdings eher enttäuschend und lädt nicht unbedingt zu einem Strandspaziergang ein. Da bummeln wir dann lieber ein wenig durch San Teodoro. Der beliebte Urlaubsort macht einen netten Eindruck. Es sind überwiegend Einheimische unterwegs, die die Ostermesse besuchen wollen. Die Kirche ist daher auch hoffnungslos überfüllt. Viele Kirchgänger müssen sich mit einem Platz vor der Kirche begnügen.

Auf der SS125 geht es weiter Richtung Süden. Den nächsten Stopp legen wir in Posada ein. Dort parken wir unser Womo an der Hauptstraße und machen uns zu Fuß auf zur hochgelegenen Burgruine Castello della Fava. Man kann sie auch besichtigen
(2,10 € Eintritt), aber wir begnügen uns mit einem Bummel durch die unterhalb der Ruine gelegenen malerischen, verwinkelten Altstadtgassen.

Ziegen am WegesrandUnser nächstes Ziel ist das Capo Comino. Wer die Verbotsschilder ignoriert, findet hier eine Reihe von schönen, teilweise versteckten Stellplätzen.  Von hier aus beginnen wir eine Wanderung Richtung Berchida-Strand, die wir dann aber wegen des einsetzenden Regens abbrechen.

Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, am Berchida-Strand zu übernachten. Der Weg dorthin führt jedoch über eine 3 km lange Holperpiste, die wir uns bei diesem Wetter nicht antun wollen. Was also tun? Das Capo Camino ist auch nur bei Sonne so richtig einladend, daher müssen wir hier nicht unbedingt bleiben.

Wir beschließen, noch ein wenig weiter zu fahren und uns auf dem Weg Richtung Dorgali einen Übernachtungsplatz zu suchen. Das erweist sich jedoch schwieriger als gedacht. Zwei Agriturismo (Urlaub auf dem Bauernhof), die mit Stellplätzen für Womos werben, machen einen wenig einladenden Eindruck. Schließlich entdeckt Elke auf der Karte die Grotta di Ispinigoli. Bei so einer Touristenattraktion muss es doch einen Parkplatz geben, wo man sich hinstellen kann. Und so ist es auch: der Parkplatz erweist sich sogar als idealer Übernachtungsort. Ruhig gelegen in schöner Natur und nebenan ein Hotel mit Restaurant, wo man essen kann. Hiervon machen wir allerdings keinen Gebrauch, sondern kochen uns unsere Pasta selber.

Später richten wir unsere Schüssel aus, um uns einen Film anzusehen. Vorher gibt es noch die Tagesschau, und die meldet wenig erfreuliches: 19° C und Sonne in Deutschland, über dem Mittelmeer hingegen ein Tief. .



5. Tag, Montag, 12. April 2004
Grotta di Ispinigoli – Santa Maria Navarrese: 87 km


Tief hängende Wolken zwischen Dorgali und  BauneiAm nächsten Morgen weckt uns prasselnder Regen. Draussen ist es kalt und ungemütlich. Die Wetterkarte stimmt also tatsächlich. So haben wir uns den sardischen Frühling nun wirklich nicht vorgestellt.

Auf einen Besuch der Grotte verzichten wir, da wir erst vor wenigen Monaten in Südafrika die berühmten Cango Caves besichtigt haben. Wir fahren nach Dorgali und suchen uns erst einmal eine Tankstelle, da unser Dieselvorrat zur Neige geht. Da Feiertag ist, kann man nur mit Hilfe eines Automaten tanken. Der schluckt zwar meine 20 €, doch aus dem Schlauch kommt kein Tropfen Diesel heraus. Irgend etwas muss ich wohl falsch gemacht haben. Zum Glück weckt meine offensichtliche Hilflosigkeit die Hilfsbereitschaft einer anderen Autofahrerin, die mir zeigt, welche Tasten gedrückt werden müssen. Jetzt klappt’s auch mit dem Diesel.

Eigentlich hatten wir vorgehabt von Dorgali nach Cala Gonone an die Küste zu fahren, um dort eine Wanderung zur Traumbucht Cala di Luna zu unternehmen. Das macht bei diesem Sauwetter natürlich keinen Sinn. Also beschließen wir weiterzufahren.

Hinter Dorgali entwickelt sich die SS125 zu einer traumhaft Blick auf Urzuleischönen einsamen Gebirgsstrecke. Die tiefhängenden Wolken verwehren uns zwar die schönsten Ausblicke, dafür verleihen sie der Szenerie aber irgendwie etwas Dramatisches. Bei schönem Wetter muss die Strecke zwischen Dorgali und Baunei einfach ein Traum sein.

Zum Glück hat es wenigstens aufgehört zu regnen. Daher machen wir einen Abstecher in das Gebirgsdorf Urzulei, um dort eine Wanderung zu unternehmen. Anstatt das Wohnmobil jedoch auf der Hauptstraße zu parken, fahre ich etwas gedankenverloren in den Ort mit seinen engen Gassen hinein. Im Zentrum finden wir auch einen Parkplatz, doch fragen wir uns, ob wir hier auch wieder problemlos hinauskommen.

Die Straße, die wir hinein gefahren sind, ist eine Einbahnstraße. Die Straßen, die uns aus diesem Labyrinth wieder herausführen können, sind sehr eng, und tief angebrachte Balkone stellen ein weiteres Hindernis für unser hohes Womo dar. Zum Glück ist Ostermontag und kaum Verkehr. Notfalls müssen wir es halt riskieren und die Einbahnstrasse in verkehrter Richtung wieder zurück fahren.

Die in unserem Wanderführer beschrieben Wanderung Nr. 10 führt uns in einem gut dreistündigen Rundweg oberhalb des Der Fußballplatz von BauneiOrtes durch eine sehr schöne Landschaft. Unterwegs bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf das malerische Urzulei. Und zur Krönung lässt sich gelegentlich sogar die Sonne blicken.

Zurück in Urzulei erkunden wir zu Fuß erst einmal den Weg heraus aus der Dorfmitte. Schließlich haben wir keine Lust, mit unserem Womo irgendwo auf gut Glück hinein zu fahren und dann nicht weiter zu kommen. Das Ganze gestaltet sich dann zum Glück aber leichter als erwartet, und problemlos erreichen wir wieder die Hauptstraße, die aus Urzulei hinausführt.

Auf der Weiterfahrt beeindruckt uns besonders die ungewöhnliche Lage des Fussballplatzes von Baunei, die wohl hin und wieder zu Ballverlusten der besondern Art führt:

In Santa Maria Navarrese gibt es einen offiziellen Wohnmobilstellplatz direkt am Meer. Hier machen wir für heute Station. Die Gebühr beträgt lediglich 5 €, V+E und Strom inklusive. Wir sind angenehm überrascht, denn unser Reiseführer erwähnt je nach Saison 8 – 14 € + 1,50 € für Strom. Da der Platz ein wenig außerhalb des Ortes liegt, kommen heute zum ersten Mal unsere Fahrräder zum Einsatz. Abends gehen wir in Santa Maria Navarrese Fisch essen, sind aber von der Qualität des Gebotenen eher enttäuscht.





6. Tag, Dienstag, 13. April 2004
Santa Maria Navarrese – Costa Rei: 127 km

Frühstück am Strand von Santa Maria Navarrese
Überraschung: die Sonne scheint!!! Ich schwinge mich aufs Fahrrad und fahre Brötchen holen. Natürlich lassen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen und frühstücken draußen. Aber nicht direkt vor dem Womo, sondern – wenn schon, denn schon – am gegenüber liegendem Strand. Da kommt endlich mal wieder richtiges Urlaubsfeeling auf.

Gemütlich lassen wir es angehen und brechen erst am späten Vormittag auf. Bei der Abfahrt zum Ort Tortoli verlassen wir die SS125 und finden nach einigen 100 Metern einen relativ großen SISA Supermarkt, in dem wir ausgiebig unsere Vorräte auffüllen.

Kurz hinter Muravera fahren wir an den Strand S. Giovanni und legen eine Mittagspause ein. Fährt man die Strandstraße bis zum Ende hindurch kommt man an einen Wendeplatz, an dem es auch eine Wasserzapfstelle gibt.

Lange halten wir uns hier nicht auf, denn wir wollen so schnell wie möglich zur Costa Rei gelangen. Bei S. Priamo verlassen wir die SS125 und folgen den Hinweisschildern zum Capo Ferrato. Die Landschaft wird immer schöner und verwandelt sich in ein einziges Blütenmeer. Ganz hinaus bis zum Kap fahren wir allerdings nicht, denn uns zieht es an den Strand.
Blühendes Sardinien
Am nördlichen Ende der Costa Rei, neben dem noch geschlossenen Campingplatz Porto Piratsu, folgen wir einer sehr holprigen Schotterpiste Richtung Strand. Die Schilder mit dem „Camping verboten“-Zeichen nehmen wir dabei interessiert zur Kenntnis.

Am Ende des Weges direkt am Strand finden wir einen idealen Platz zum freien Stehen. Drei deutsche Womos sind schon hier, und wir fragen die Kollegen, wie sie es denn mit den Verbotsschildern so halten. Die Besatzung zweier Augsburger Wohnmobile ist schon zwei Wochen auf Sardinien unterwegs und hat ausschließlich frei gestanden. Die schönsten Plätze haben sie immer dort gefunden, wo Schilder das freie Stehen ausdrücklich verbieten. Jetzt in der Vorsaison, wo fast nichts los ist, und viele Campingplätze noch geschlossen sind, scheint das offensichtlich niemanden zu stören.

Der lange wunderschöne Strand verlockt zu einem ausführlichen Strandspaziergang. Früher als uns lieb ist, müssen wir diesen jedoch wegen drohender dunkler Wolken abbrechen. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig vor dem Wolkenbruch zurück zu unserem Wohnmobil. Später lässt sich dann die Sonne wieder blicken, und wir können unseren Spaziergang fortsetzen.

Abends schmeissen wir den Grill an, müssen aber leider drinnen essen, weil es draußen schon zu kühl geworden ist.

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